AIDS-Konferenz in Wien

Sport und andere "soziale Impfstoffe" können schützen

Anlässlich der derzeit in Wien stattfindenden Welt-AIDS-Konferenz lud CARE am Dienstag zu einem Pressegespräch unter dem Titel „Fighting Poverty – Fighting AIDS“. Eine internationale Runde versammelte sich, um über den aktuellen Stand der AIDS-Bekämpfung in der Entwicklungszusammenarbeit zu informieren. Mit dabei waren die Geschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg (Dr. Anton Markmiller), CARE Österreich (Dr. Andrea Wagner-Hager) und CARE USA (Dr. Helene Gayle) sowie Programm-Koordinatorin Dr. Auma Obama aus Kenia.

Letztere leitet in Ostafrika die Initiative "Sport für Sozialen Wandel" und koordiniert rund 35 Organisationen, die mit einigen tausend Kindern und Jugendlichen arbeiten. „Es geht darum, Kindern und Jugendlichen eine Richtung aufzuzeigen, ihnen Wege zu eröffnen. Viele Kinder kommen aus schwierigen familiären Situationen. Wir nutzen Sport als Mittel, uns mit Themen und Problemen auseinanderzusetzen.“ Sport wirke dabei als Spiegelbild des Lebens, so Obama. Vor allem junge Frauen hätten es in Kenia schwer, eine gute Ausbildung zu bekommen und ein ordentliches Einkommen zu verdienen. „Wir geben ihnen über das Vehikel Sport die Möglichkeit dazu. Es geht nicht darum, die Beste in Fußball zu sein, sondern um das Selbstbewusstsein der Mädchen“, beschreibt Auma Obama die Zielsetzungen der Initiative.

 

Auch in Südafrika setzt CARE auf Sport als Mittel, um über die Gefahren von AIDS aufzuklären. Anton Markmiller ist kürzlich aus dem WM-Gastgeberland zurückgekehrt und berichtete jetzt in Wien von dem Projekt "Kick it – choose life" im Township Soshanguve nahe der Hauptstadt Pretoria. „Sportprojekte mit Kindern und Jugendlic

hen sind eine echte Alternative zum Leben auf der Müllkippe, im Slum und auf der Straße“, so Markmiller. Wer einmal erfahren konnte, dass Mannschaftsgeist zählt, dass es gilt, Freundschaften zu schließen und dass es dabei auf jeden einzelnen ankommt, der nehme sein Leben in die eigene Hand.

Nicht nur medizinische Hilfe, auch „soziale Impfstoffe“ sind notwendig

 “AIDS ist besonders für Frauen und Mädchen, die in armen Regionen speziell unterprivilegiert sind, ein nur schwer zu durchbrechender Teufelskreis“, erklärte CARE Österreich-Geschäftsführerin Wagner-Hager. Neben den wichtigen medizinischen Maßnahmen brauche es vor allem „soziale Impfstoffe“, um Armut und Unwissenheit nachhaltig zu bekämpfen. „Denn heute entscheidet die Region, in der ein HIV-infizierter Mensch lebt, darüber, wie sein weiteres Schicksal und seine Erkrankung verlaufen werden“, so Wagner-Hager.

Die CARE-Experten betonten auch die Rolle von Frauen und Mädchen im Kampf gegen das Virus. Dort, wo Frauen und Mädchen keine Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen, wo sie rechte- und wehrlos sind, ist die Gefahr einer Ansteckung noch größer.

Helene Gayle, Präsidentin von CARE USA und Mitglied im Presidential Advisory Council on HIV/AIDS der US-Regierung, ist seit mehreren Jahrzehnten im Kampf gegen die Epidemie aktiv. Ihre Beobachtung: „Es ist entscheidend, Unterstützungen anzubieten, die die spezifischen Bedürfnisse von Mädchen und Frauen in allen Aspekten ihres Lebens berücksichtigen. So brauchen etwa Schwangere Zugang zu Medikamenten und zu Programmen für sichere Mutterschaft und frühkindliche Entwicklung. Eine Verbindung solcher Unterstützung mit Familienplanung und HIV-Präventionsprogrammen wäre eine umfassendere Antwort auf die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen“, erklärte Gayle.

CARE-Projekte im Kampf gegen AIDS:

Sambia: Kampf gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria

Nepal: AIDS-Aufklärung für Wanderarbeiter

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