Aleppo: 5 Fakten, die jetzt wichtig sind

Was die Belagerungen bedeuten und wie Hilfe möglich ist

1.    Die Feuerpause muss jetzt dringend umgesetzt werden

Nach langen Verhandlungen lag am 18. August ein Angebot Russlands vor, das eine 48-stündige Feuerpause vorsieht. Diese ist dringend nötig. Doch bisher gehen die Kämpfe unvermittelt weiter. Zuvor war von dreistündigen Feuerpausen gesprochen worden. Diese sind weder realistisch noch sicher: In drei Stunden können nicht Transport, Verteilung und sichere Rückkehr sowohl der Helfer als auch der Zivilbevölkerung garantiert werden. CARE hat mehrfach auch mit anderen Hilfsorganisationen laut appelliert, den humanitären Zugang zu ermöglichen. Dabei geht der Appell an alle Konfliktparteien. Humanitäre Hilfe ergreift keine Partei. Wir leisten Hilfe auf der Basis der Bedürftigkeit und müssen diejenigen erreichen, die jetzt Nahrung, Wasser und medizinische Hilfe brauchen. Egal, wo sie sich befinden.

2.    Seit Anfang August ist nahezu keine Hilfe durchgekommen

Der UN-Koordinator für Syrien hat mit allen Konfliktparteien gesprochen. Hilfsorganisationen wie CARE haben dringende Appelle gestartet. Auch Aktivisten vor Ort selbst berichten über die sozialen Netzwerke, teilen Fotos. Das Bild des blutüberströmten, völlig regungslosen kleinen Omran bewegt die Welt. Dennoch konnte bisher faktisch keine zusätzliche Hilfe von außen in die Stadt kommen. Nun keimt leise Hoffnung auf. Für die Zivilisten in Aleppo kann Hilfe nicht zu früh kommen. Es fehlt an Strom und Trinkwasser. An Nahrungsmitteln und Medizin. Die Vorräte gehen zu Neige. Verletzte können nicht behandelt werden.
CARE hatte bereits vor Beginn der Belagerung eine Gemeindeküche in Aleppo mit Vorräten und Gas ausgestattet. Die Küche wurde aufgrund der dauernden Angriffe nachts betrieben und musste häufig ihre Verteilungsorte wechseln. CARE-Partner versorgen außerdem 3.000 aus Aleppo vertriebene Familien im Umland mit Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern.

3.    Nicht nur Aleppo wird belagert

Auch wenn die 2-Millionen-Stadt derzeit aufgrund der heftigen Gefechte besonders wahrgenommen wird, sind auch andere Städte in Syrien von Belagerungen betroffen. Nach Schätzungen und Informationen von vor Ort sind derzeit rund 18 Ortschaften belagert und 5,5 Millionen Menschen harren in sogenannten „hard-to-reach areas“ aus, die für Helfer kaum erreichbar sind. Das ist mehr als die Einwohnerzahl Berlins und Hamburgs zusammen.

4.    Helfer und Hilfseinrichtungen werden nicht geschont

In vielen der umkämpften Gebiete Syriens sind Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen bombardiert worden. Das ist ein grober Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht und zeigt, wie wenig die Neutralität von humanitärer Hilfe mancherorts noch respektiert wird. Am heutigen Welttag der humanitären Hilfe erinnern wir an alle Menschen, die im Dienste der Nothilfe ihr Leben lassen mussten. Heute ist dieser Job noch viel gefährlicher als noch vor zehn, fünfzehn Jahren. Und die Leidtragenden sind alle Zivilisten, die in Kriegsgebieten keinerlei Hilfe bekommen. Und die Angriffe auf Krankenhäuser passieren nicht nur in Syrien: Auch in Afghanistan und Jemen gab es in den vergangenen Monaten ähnliche Angriffe. Wir sind sehr besorgt über diese Entwicklungen.

5.    Trotz allem: Jede Spende zählt.

Humanitäre Hilfe ist jetzt dringend notwendig. CARE arbeitet mit syrischen Partnerorganisationen, die vor Ort alles dafür tun, Hilfsgüter an die betroffenen Familien zu verteilen. Dabei werden sie von CARE-Experten unterstützt und unsere erprobten Monitoring-Mechanismen sichern die Qualität der Hilfe. CARE unterstützt zudem syrische Flüchtlinge, die in Jordanien oder im Libanon Zuflucht gesucht haben. Auch in Griechenland und auf dem Balkan arbeitet CARE mit lokalen Partnern, um die größte Not zu lindern. Bargeldauszahlungen, Informationen, psychosoziale Unterstützung, Nahrungshilfe und Bildungsprogramme: Je nach Bedürfnissen passt CARE seine Hilfe an. Dabei steht der Schutz von Frauen und Mädchen immer im Zentrum unserer Arbeit.

Bitte unterstützen Sie die Hilfe für Menschen in und um Syrien mit Ihrer Spende!


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