„Armut macht krank und Krankheit macht arm“

Weltgesundheitsorganisation: 100 Millionen Kranke stürzen in die Armut ab

Niemand ist gerne krank. Aber Kranksein ist besonders schlimm, wenn es in Verbindung mit Armut auftritt. In vielen Teilen der Welt werden Kosten für Gesundheit nicht vom Staat getragen. Ohne ausreichendes Gesundheitssystem müssen viele Menschen selbst für Medikamente, Vorsorge und Behandlung ihrer Krankheiten aufkommen. Dem „Weltgesundheitsbericht 2010“ zufolge, stürzen so jährlich rund 100 Millionen Menschen in die Armut ab. Das gilt zwar auch für Industrieländer, aber vor allem für wirtschaftlich unterentwickelte Länder.

Haiti ist ein aktuelles, und trauriges Beispiel für unterfinanzierte Gesundheitssysteme: Über 1.100 Menschen sind bereits an der Cholera gestorben, über 50.000 sind infiziert. Staaten mit mangelhaft finanzierten Gesundheitssystemen sind unfähig, derartige Epidemien zu verhindern oder mit ihnen fertig zu werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) möchte sich diesem Problem nun stellen. In Berlin, wo der diesjährige Bericht der Organisation am 22.11.2010 vorgestellt wurde, plädierte Generaldirektorin Margaret Chang für die Ausbreitung des weltweiten Gesundheitsschutzes. Vor allem dürfe niemand durch die Übernahme von Behandlungskosten in den finanziellen Ruin stürzen.

„Armut macht krank und Krankheit macht arm“, warnt auch Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg in der ARD Tagesschau. „Es ist so, dass die Menschen dort ja keine Zugangsmöglichkeiten zu Gesundheitssystemen haben, und deswegen natürlich auch in ihrer allgemeinen Lebenssituation geschwächt sind und von daher nicht in der Lage sind, sich die Rechte auch zu erkämpfen, die sie eigentlich haben.“

Um das Recht auf Gesundheit als zentrales Menschenrecht auch Wirklichkeit werden zu lassen, unterstützt Deutschland die WHO im Aufbau von Gesundheitssystemen mit 500 Millionen Euro. Im Mittelpunkt steht hierbei die Gesundheit von Kindern und Müttern.