Aufwachsen im Wartezustand

Zur Situation von Kindern und Jugendlichen im Flüchtlingslager Dadaab / Bonner Charity-Party unterstützt CARE-Projekt

Endlich 18! Die Volljährigkeit bedeutet in Deutschland vor allem eins: Freiheit. Wahlrecht, Führerschein, Eigenverantwortung -  darauf freuen sich Jugendliche hier im Land vor ihrem Geburtstag. Doch viele ihrer Altersgenossen aus Somalia können von Freiheit nur träumen. Seit sie denken können, leben sie im Flüchtlingslager Dadaab im Norden Kenias. Ihr Land, Somalia, ist ein Staat, der in der Politikwissenschaft „failed“ genannt wird – also gescheitert. Seit knapp 20 Jahren gibt es dort keine funktionierende Regierung, die ersten Flüchtlinge kamen Anfang der 1990er Jahre über die Grenze ins Nachbarland Kenia. Seitdem prägen Gewalt und Armut das Land. Der Klimawandel verschärft zudem auch die regelmäßig auftretenden Dürren. Vielen Menschen bleibt deshalb kein anderer Ausweg als Flucht.

Flüchtling seit der Geburt

Das Flüchtlingslager Dadaab beherbergt inzwischen knapp 300.000 Menschen, die meisten von ihnen aus Somalia. Das Lager ist inzwischen fast so groß wie Bonn. Und die Zahlen steigen. In diesem Jahr sind mehr als 57.000 neue Flüchtlinge angekommen. Eine ganze Generation kennt inzwischen nichts anderes als das Leben als Flüchtling. Dadaab ist ihr Zuhause wider Willen, denn sie hoffen bis heute auf eine Chance, wieder nach Hause zurückkehren zu können. Oder ein neues Leben anderswo aufzubauen, weg von der Enge des Lagers von Dadaab.

Nahrung, Wasser – aber auch Zukunftsperspektiven

CARE arbeitet seit 1991 in Dadaab. Zum einen leisten die Helfer Unterstützung für die unmittelbaren und dringlichsten Bedürfnisse der Flüchtlinge: Nahrung und Wasser. Aber die Menschen, die seit Jahren in den Camps leben, brauchen Perspektiven und einen Alltag. Deshalb kümmert sich CARE um die Bildung der Kinder und Jugendlichen, organisiert Schulunterricht und Material. Erwachsene können sich fortbilden und ein Handwerk erlernen, sie erhalten Werkzeuge und Kleinkredite.


Der stetige Anstieg der Flüchtlinge bringt die Kapazitäten in den Camps an ihre Grenzen. Deshalb ist CARE derzeit von der Europäischen Kommission damit beauftragt, die Trinkwasserversorgung und die Abfallbeseitigung im Flüchtlingslager zu verbessern. Aber es bleibt viel zu tun, damit die Flüchtlinge in Würde leben und weiter hoffen können, eines Tages in ihre Heimat zurückzukehren.


Je mehr Menschen in Dadaab untergebracht werden, desto wichtiger ist ein funktionierendes Wassermanagement (Foto: CARE/Fokuhl)

Tanzen und Gutes tun

Die Bonner „Aktion Charity“ unterstützt die somalischen Flüchtlinge in Dadaab, indem sie Spaß mit der guten Sache verbindet: Am Samstag, den 14. November stieg die 13. Charity-Party, und der Erlös ging in diesem Jahr an die Unterstützung der Menschen in Dadaab.

Online-Spenden: Bitte unterstützen Sie die Arbeit von CARE in Dadaab