Bangladesch: Wenn Fluten die Lebensgrundlage mitreißen

Eine Monsunflut brachte Leid und Zerstörung über viele Menschen in Bangladesch. Die Familien von Rajina und Monora gehören dazu.

Früh am Morgen des 15. Juli bemerkte Rajina Begum, wie Wasser in ihr Haus eindrang. Am nächsten Tag stand es schon knapp einen halben Meter hoch. Und es stieg immer weiter an. Die Familie musste sich entscheiden: Bleiben oder fliehen?

Viele Familien standen vor dieser Entscheidung. Die Monsunflut bedrohte das Leben von 3,8 Millionen Menschen in 19 Distrikten Bangladeschs. 250.000 Häuser wurden beschädigt, 17.000 komplett zerstört und tausende Familien obdachlos.

Höher und höher

Die 65-jährige Rajina, Witwe und Mutter von sechs Kindern, floh aus ihrem Haus, als das Wasser eineinhalb Meter hoch stand. Die Familie zog in ein höheres Gebiet und nahm alles mit, was sie tragen konnten. Sie bauten dort eine notdürftige Unterkunft. Doch schon wenige Tage später riss eine noch stärkere Flut alles fort. Rajina und ihre Kinder zogen also in eine noch höhere Region. Doch hatten sie jetzt nichts mehr zum Überleben.

Die Fluten spülten auch die Lebensgrundlage der 40-jährigen Monoara Begum davon. Das Haus, in dem sie mit ihren Kindern lebte, hatte sie selber gebaut.  Nachdem ihr Mann die Familie verlassen hatte und sie mit zwei kleinen Töchtern und einem Sohn alleine ließ, wurde sie von der Hausfrau zur Bäuerin. Sie war stolz, drei Mahlzeiten am Tag für ihre Familie kochen zu können – bis die Fluten im Juli ihr Haus zerstörten; ihre Pflanzen, Ziegen und Enten wegspülten und das Wasser verschmutzten. Auch Monoara zog mit ihrer Familie in ein höher gelegenes Gebiet, in dem viele Menschen Schutz suchten. Dort baute sie eine Hütte mit einem Dach aus Stroh.

Die Fluten und die Folgen

Rajina und Monora sind nur zwei der 3,8 Millionen betroffenen Menschen. Sie benötigen dringend Wasser, Nahrung, Schutz und medizinische Versorgung. Wie in vielen anderen Katastrophen sind auch hier Frauen und Mädchen am stärksten betroffen. Sie haben mit sexueller Gewalt, psychologischen Problemen, Unterernährung, wirtschaftlicher Schwäche und vielem mehr zu kämpfen.

Während das Wasser in vielen Regionen langsam wieder zurückgeht, helfen CARE und seine Partner den Menschen, sich auf zukünftige Fluten vorzubereiten. Insgesamt werden 32.500 Menschen mit Nahrung, Baumaterialien und Bargeld für die nächsten sechs Monate versorgt.

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