CARE-Mitarbeiterin berichtet aus Myanmar

Christina Northey koordiniert die CARE-Nothilfe in Yangon

"Es regnet jeden Tag in Myanmar, nicht wie wir uns ein bisschen Regen vorstellen, sondern wie wenn ununterbrochen kübelweise Wasser über einen gegossen wird. Der Monsun ist da und ich muss dauernd an die Menschen denken, die dem Regen ohne Dach über dem Kopf ausgesetzt sind. Das motiviert mich immer weiter zu arbeiten.

Katastrophenhilfe muss organisiert werden

Seit ich aus dem Irrawaddy-Delta zurückgekommen bin, bin ich ohne Unterbrechung im Büro beschäftigt. Die meisten Menschen stellen sich Katastrophenhilfe anders vor. Ich arbeite an Budgets, Anträgen und organisiere das ganze Beschaffungswesen inkl. Flugzeugen, Lastwägen und Lagerhallen. Manchmal vergesse ich, dass eine Zeile im Budget ein ganzes Dorf, dem CARE Hilfe bringt, repräsentiert, dass Personen und Familien dahinter stehen. Aber der prasselnde Regen an mein Fenster erinnert mich wieder daran.

Angst und Trauer

Es ist schwierig, sich gegen die Erzählungen anderer CARE-MitarbeiterInnen abzugrenzen, denn sie erleben die Traumata der Bevölkerung hautnah. Und die Geschichten sind oft so fürchterlich. Manche Menschen schaffen es ihre Häuser wiederaufzubauen, ihre Fischernetze zu flicken und ihre Reisfelder wieder zu bestellen. Aber Angst und Trauer sind immer präsent. Andere können nicht mehr sprechen und nicht mehr schlafen und suchen immer noch nach ihren Familien.

Friedvolle Gesänge

Doch ist es auch wirklich inspirierend zu sehen, wie sehr die Menschen hier zusammen halten. Jede/r ist bereit etwas beizutragen, um den Opfern der Katastrophe zu helfen. Oft höre ich in der Stadt die Mönche singen, in Gedenken an die Toten. Es klingt friedvoll, aber auch sehr traurig."

CARE-Nothilfe in Myanmar

Über 215.000 Menschen hat CARE bereits mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Notunterkünften und Überlebenspaketen - mit Kleidung, Plastikplanen, Decken, Küchenutensilien und Hygieneartikel - versorgt. CARE arbeitete bereits vor der Wirbelsturm-Katastrophe in Myanmar. Seit 1994 wurden Projekte in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Wasser durchgeführt. Deshalb konnten 550 CARE-MitarbeiterInnen sofort auf die Katastrophe reagieren.