CARE stellt Jahresbericht 2007 vor

Jamann: "123 Projekte in 35 Ländern gefördert"

Dr. Wolfgang Jamann, Hauptgeschäftsführer CARE Deutschland-Luxemburg,
erklärte heute anlässlich der Vorstellung des Jahresberichtes 2007 in Bonn:

1. CARE Deutschland-Luxemburg freut sich, Ihnen heute die Bilanz unserer Arbeit im Jahre 2007 vorzustellen, dies geschieht in Form des alljährlichen Jahresberichtes, der auch in diesem Jahr streng an den Transparenzkriterien der internationalen Prüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers orientiert ist. Für unseren vorbildlichen Umgang mit Spendengeldern wurden wir im vergangenen Jahr von PwC mit dem Transparenzpreis ausgezeichnet.

2. Die wesentlichen Kennziffern entnehmen Sie dem beigefügten Factsheet. Wir stellen im Jahresbericht aber nicht nur unsere Einnahme- und Ausgabezahlen dar, sondern erläutern anhand von Projektbeispielen, wie wir unsere Schwerpunkte Nothilfe, Armutsbekämpfung und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit in konkreten Projekten umsetzen. So versuchen wir, zur Erreichung der international verbindlichen Millenniumsziele zur Halbierung der Armut bis 2015 beizutragen.

3. Außerdem geben wir genauen Einblick in unsere Organisationsstruktur und Unterstützerbasis, in unsere langfristigen Strategien und Abläufe und stellen auch dar, was wir tun, wenn einmal etwas in unseren Projekten schiefgeht (auf den Seiten 16 bis 19 wird die Einhaltung von Qualitätsstandards detailliert beschrieben).

4. CARE hat im letzten Jahr 123 Projekte durchgeführt und über 15 Millionen Euro Fördermittel direkt in der Arbeit vor Ort umgesetzt. Gestiegenen Einnahmen von ca. 1 Millionen Euro stehen erhöhte Projektausgaben von knapp 4 Millionen Euro entgegen. Dies ist vor allem mit der Umsetzung der Tsunami Spenden in mittelfristigen Wiederaufbau Programmen begründet.

5. Wir haben die Verwaltungskosten auf 4,8% senken können und Spenden im Vergleich zum Vorjahr halten können – durch unser transparentes Arbeiten konnten wir das Vertrauen der Spender auch in diesem Jahr gewinnen. Dies zeigt sich u.a. in einer gestiegenen Anzahl an Dauerspendern und zunehmenden Kooperationen mit Unternehmen.

6. Allein in 2007 gab es 15 Nothilfe-Einsätze, die im Zeichen des zunehmenden Klimawandels standen. Neben Bangladesch sind hier auch Vietnam und Mosambik herausragend zu nennen (Siehe S. 8f und 12f).  Diese Katastrophen treffen insbesondere die Ärmsten der Armen in zunehmendem Maße. CARE sieht sich somit verpflichtet, bei der Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele besonderes Augenmerk auf die Auswirkungen des Klimawandels zu richten. CARE reagiert auf diese Entwicklung, indem wir unsere Anstrengungen im Bereich der Katastrophenprävention und Nothilfe ausbauen. Hier sehen wir im internationalen Verbund besondere Möglichkeiten und Notwendigkeiten durch:

* die Vorbeugung und Milderung der Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie

* den Einsatz von erneuerbaren Energien bzw. der schonenden Nutzung natürlicher Ressourcen in unseren Projekten.

Schon seit Jahren widmet CARE International den Umweltaspekten in seinen Projekten besondere Aufmerksamkeit, und CARE Deutschland bringt deutsches Expertenwissen sowie angepasste Technologien in die Arbeit ein.

7. Wie wichtig eine Kombination von langfristiger Entwicklungsarbeit, schneller Nothilfe und politischer Anwaltschaftsarbeit ist, sehen wir derzeit bei der Bewältigung der Katastrophe in Birma. Hier arbeitet CARE seit über 14 Jahren mit 500 Mitarbeitern an der Verbesserung der sozialen und ökonomischen Situation großer Bevölkerungsgruppen. Auch wenn die Hilfe für die Opfer des Zyklons Nargis immer wieder vor logistische und politische Schwierigkeiten gestellt wird, so gelingt es uns doch, aufbauend auf unsere langjährige Erfahrung vor Ort, angepasste Überlebens- und Aufbauhilfe zu leisten. Wir haben bislang 120.000 Menschen erreicht und werden in den kommenden Monaten für doppelt so viele Menschen langfristige Perspektiven schaffen.

8. Auch chronische humanitäre Krisen, wie jene in Darfur, stellen die Entwicklungshilfe immer wieder vor neue Probleme. CARE versucht auch unter schwierigsten politischen und logistischen Bedingungen, den Menschen in den Flüchtlingslagern von Al Salaam, Kalma und Otash Hilfe und damit Hoffnung zu geben. Wie CARE in Darfur hilft, können Sie auf Seite 7 nachlesen.

9. Last but not least versuchen wir durchgängig, die Förderung von Frauen, von marginalisierten und sozial benachteiligten Gruppen ins Zentrum unserer Arbeit zu stellen. Armut ist weiblich, und mangelhafte Lebenschancen selbst in randständigen Gebieten in Subsahara-Afrika sind in einer aufgeklärten Welt des globalen Wandels nicht mehr hinnehmbar. Für uns haben Frauen weltweit das größte Potenzial, soziale und materielle Missstände zu beheben. Sie ernähren ihre Familien, sorgen für Gesundheit und Hygiene, sind zuverlässige Sparer und investieren in Bildung, wenn man sie lässt. Leider gehen die internationalen Entwicklungsbestrebungen in weiten Teilen an diesen Realitäten vorbei.

Für Rückfragen steht Ihnen unsere Pressestelle zur Verfügung:

Thomas Schwarz                                                          Marion Michels

Pressesprecher                                                            Pressestelle

Mobil: 0160/745 9361                                                  Tel: 0228 975 6323

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