CARE verleiht Partnerschaftspreis 2010 an nepalesische Organisation

Shanti Griha: „Wir können die Welt nicht verändern, unser Dorf schon“


Wasser ist das „Erdöl des 21. Jahrhunderts“. Ohne Wasser können wir nicht überleben. Aber Wasser, oder vielmehr der Mangel an sauberem Wasser, verursacht auch tödliche Krankheiten, führt zu hoher Kinder- und Müttersterblichkeit und zu gewalttätigen Konflikten. „Wasser ist Leben – aber es kann auch Leben nehmen“, sagt Rajiv Nepali, Programmdirektor der nepalesischen Hilfsorganisation Shanti Griha.

Für den unermüdlichen Einsatz, Menschen in Nepal den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen und sie über die Gefahren von unsauberem Wasser aufzuklären, hat CARE Deutschland-Luxemburg Shanti Griha am gestrigen Abend den Partnerschaftspreis 2010 verliehen. Die Organisation, die seit 2002 mit CARE zusammenarbeitet, erreicht durch die Installation von Trinkwasser- und Bewässerungssystemen besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen in entlegenen Bergregionen Nepals.

„Shanti Griha hat sich schon lange bevor das Recht auf Wasser als Menschenrecht anerkannt wurde einfallsreich und zuverlässig dafür eingesetzt, Menschen den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen“, so Heribert Scharrenbroich, Vorstandsvorsitzender von CARE Deutschland-Luxemburg, während der Preisverleihung im Rheinischen Landesmuseum Bonn. „Ich bin begeistert, wie Shanti Griha die Gelder verwendet hat, wie die Organisation ethnische Minderheiten einbezogen und auch in Zeiten politischer Unruhen effizient, sozial und nachhaltig gearbeitet hat.“

Im Rahmen der Preisverleihung fand auch die Fachveranstaltung „Menschenrecht auf sauberes Wasser“ statt. Hierbei diskutierten Rajiv Nepali, CARE-Mitarbeiterin Auma Obama, und Dr. Michael Windfuhr, Leiter des Menschenrechtsreferats des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirchen Deutschlands und Brot für die Welt, über die Auswirkungen der globalen Wasserkrise. Sie debattierten vor allem auch darüber wie das Menschenrecht auf Wasser Realität für die rund 900 Millionen Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, werden kann.

„Wir müssen das Wasserproblem unbedingt in den Griff kriegen“, so Podiumsteilnehmerin Auma Obama. Auch reichere Menschen seien abhängig davon, dass das Wassermanagement und die hygienischen Bedingungen der Wasseraufbereitung verbessert werden. „Irgendwann wird es uns alle betreffen“.

Diesem Mangel an politischem Willen entgegenzutreten, Menschen zu befähigen, für ihr Recht auch einzutreten – dafür setzt sich Shanti Griha seit fast einem Jahrzehnt ein. Aber auch den „Wert des Wassers“ bewusst zu machen, die enge Verbindung zu Energieverbrauch, Klimawandel und Umweltschutz deutlich zu machen, das alles ist Teil der Arbeit der Preisträger.

Auma Obama, die in ihrer Initiative „Sozialer Wandel durch Sport“ auch lehrt, wie man mit wenig Wasser bestmöglich auskommen kann, teilt diesen Ansatz: „Es muss den Menschen möglich gemacht werden, ihre Stimme zu erheben. Es muss aber auch um Erziehung gehen.“ Shanti Griha verknüpft das Recht auf Wasser daher mit Umwelt-, Gesundheits- und Bildungsfragen.


Prathit Shrestra, Geschäftsführer von Shanti Griha, freute sich über den mit 10.000 Euro dotierten Preis, blieb aber bescheiden: „Wir haben die Welt nicht verändert, aber in unserem Dorf spielen wieder Kinder, Frauen lachen und eine bessere Zukunft hat begonnen.“