CARE-Vorsitzender Heribert Scharrenbroich feiert 70. Geburtstag

Seit mehr als vier Jahren ist der ehemalige CDU-Sozial- und Entwicklungshilfepolitiker Heribert Scharrenbroich Vorstandsvorsitzender der internationalen Hilfsorganisation CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

In dieser Zeit konnte die Organisation unter seiner Leitung ihren Umsatz verdoppeln und sich durch eine gelungen grenzüberschreitende Kooperation von CARE Deutschland zu CARE Deutschland-Luxemburg entwickeln.

„Nachdem mich die damalige rot-grüne Bundesregierung in den vorzeitigen Ruhestand schickte, habe ich beschlossen, nur noch das zu machen, was mir sinnvoll erscheint und Spaß macht. Deswegen engagiere ich mich jetzt bei CARE“, sagt Heribert Scharrenbroich augenzwinkernd. Als Entwicklungshelfer war Scharrenbroich schon in den siebziger Jahren für die Konrad-Adenauer-Stiftung in Lateinamerika tätig. Später wurde er im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages Sprecher seiner Fraktion für Lateinamerika und humanitäre Hilfe.

Nach seiner Zeit als Staatssekretär im Bundesfamilienministerium wurde er von Arbeitsminister Norbert Blüm, seinem politischen „Ziehvater“, in das Leitungsteam der Internationalen Arbeitsorganisation ILO nach Genf geschickt; dort war Deutschland 10 Jahre lang nicht mehr auf diesem Niveau vertreten gewesen. In dieser Zeit hat Scharrenbroich als Direktor für Europa und Zentralasien vor allem die mitteleuropäischen Beitrittskandidaten darin unterstützt, sozialpolitisch für die EU fit zu werden.

Im Deutschen Bundestag war der Diplom Volkswirt vor seiner internationalen Karriere sieben Jahre bis zu seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 1993 Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion. Die Interviews des linken Unionspolitikers und Hauptgeschäftsführers der CDU-Sozialausschüsse waren bei Bundeskanzler Helmut Kohl nicht unbedingt beliebt. In der christlich-liberalen Koalition repräsentierte er mit Blüm, Geißler und Rita Süssmuth – heute Schirmherrin von CARE – den linken Flügel der Union.

Als seine schönste Nebenbeschäftigung als Parlamentarier bezeichnet er gerne die Unterstützung des Künstlerpaares Christo und Jeanne-Claude für die Verhüllung des Berliner Reichstages. In seiner letzten Bundestagsrede vertrat er deswegen auch die ca. 70 Bundestagsabgeordneten der CDU, mit deren Hilfe die Reichstagsverhüllung eine Mehrheit fand.

Deswegen spendeten das Künstlerpaar aus Anlass des 60jährigen Jubiläums des Endes der Luftbrücke im Jahre 2009 CARE ein „CARE-Paket“ in Form von verhüllten und verschnürten Time-Life-Magzinen von 1948, dessen Verkauf an einen Sponsor CARE 130.000 € für Hilfsprojekte einbrachte. Seit kurzem ist die Arbeit mit dem collagierten „Rosinenbomber“ auf dem Titel im Deutschen Historischen Museum als Dauerleihgabe ausgestellt.

„Heribert Scharrenbroich ist ein mit hohem Gerechtigkeitssinn ausgestatteter Mensch, der sich für die Nöte der Ärmsten der Armen und die langfristige Verbesserung ihrer Lebenssituation engagiert. Dabei sind ihm der aufrechte Gang, ein zupackendes Wesen und ein ausgeprägter politischer Instinkt zu Eigen, was für eine Hilfsorganisation wie CARE eine unschätzbare Unterstützung darstellt“, würdigt Hauptgeschäftsführer Dr. Anton Markmiller den Jubilar. Erst im Herbst vergangenen Jahres habe Scharrenbroich durch die Gründung der Stiftung „Hoffnung 1-plus – CARE für Kinder in Slums“ unter dem Dach der Deutschen CARE Stiftung sein persönliches Engagement nochmals verstärkt. Markmiller fügt mit Blick auf den Humanisten Scharrenbroich hinzu: „Ad multos annos!“

Am 8. März feiert Heribert Scharrenbroich seinen 70. Geburtstag im Familienkreise, aber schon einen Tag später wird er die Vorstandssitzung von CARE in Luxemburg leiten, bei der das Engagement der Hilfsorganisation bei den Erdbeben in Haiti und Chile sowie die Übernahme von drei Länderbüros auf dem Balkan im Mittelpunkt stehen werden.