CARE-Workshop auf dem Global Media Forum

Frauen werden durch ihre Teilnahme an Kleinspargruppen zum wirtschaftlichen Motor

Vom 17.-19. Juni 2013 lud die Deutsche Welle im World Conference Center Bonn zum Global Media Forum 2013. Die Konferenz fand bereits zum sechsten Mal statt und stand in diesem Jahr unter dem Motto „Die Zukunft des Wachstums – Wirtschaft, Werte und die Medien“. Das Global Media Forum bietet Medienmachern, Institutionen, der Zivilgesellschaft und der Wirt-schaft ein Forum, um in Workshops und Panel-Diskussionen über aktuelle globale Herausforderungen und Trends zu diskutieren. CARE Deutschland-Luxemburg organisierte bereits zum dritten Mal in Folge einen Workshop im Rahmen des Global Media Forums.

Die Konferenz in Bonn konnte prominente Redner wie Noam Chomsky, Bundesaußenminister Guido Westerwelle und Vandana Shiva, Preisträgerin des Alternativen Nobelpreises, gewinnen. In zahlreichen Workshops wurden Vorträge über Nachhaltigkeit, Pressefreiheit oder die Ausbildung von Jugendlichen im Lichte wirtschaftlichen Wachstums gehalten.

Kenianische Senatorin moderiert CARE-Workshop und diskutiert mit internationalen Podiumsgästen

CARE Deutschland-Luxemburg richtete am zweiten Tag der Konferenz einen Workshop zu finanzieller Inklusion von Frauen durch Kleinspargruppen aus. Der Titel lautete „The Female Economic Factor: How Women’s Access to Savings and Loans Fosters Development and Growth”. Moderatorin des CARE-Workshops war Naisula Lesuuda, die aus Kenia anreiste, wo sie selbst Kleinspargruppen besucht hatte. Die ehemalige Fernsehjournalistin wurde in diesem Jahr zur jüngsten Senatorin Kenias gewählt. Auf dem Podium saßen Hugh Allen (Mikrofinanzexperte, VSL Associates), Maude Massu (Mikrofinanzberaterin, CARE UK)  und Sachin S. Vankalas (Rating-Experte im Bereich Mikrofinanzwesen, LuxFLAG) aus Luxemburg.

Nachdem Naisula Lesuuda den Workshop eröffnete und die Teilnehmer vorstellte, gab Sachin S. Vankalas den Zuhörern einen Überblick über das Mikrofinanzwesen und erklärte, wie Mikrokredite, -darlehen und -versicherungen eigentlich funktionieren. Anschließend erläuterte Hugh Allen den Zuhörern das Prinzip der Kleinspargruppen. Hugh Allen ist ein überzeugter Anhänger von Kleinspargruppen und pries ihre Erfinderin und CARE-Mitarbeiterin Moira Eknes aus Norwegen für ihre visionäre Idee. Von ihr wurde das Modell der Kleinspargruppen 1991 in Niger eingeführt. Heute erreicht CARE mit Kleinspargruppen drei Millionen Menschen in 26 afrikanischen Staaten. Weltweit sind heute 7,5 Millionen Menschen in Kleinspargruppen aktiv und die Methode wird von vielen Hilfsorganisationen verwendet.

Das Ziel: Die Verbindung von Kleinspargruppen und formellen Finanzdienstleistern

Als letzte Rednerin stellte Maude Massu ihre Erfahrungen und Ergebnisse aus der Arbeit mit Kleinspargruppen und Unternehmen vor. Ziel ist es, den formellen Sektor, also Banken und andere Dienstleister, mit informellen Foren wie Kleinspargruppen zu verknüpfen. Maude Massu wies daraufhin, dass die Bedürfnisse einiger Mitglieder den Rahmen ihrer Kleinspargruppen sprengten. Sie benötigen nämlich Darlehen mit einer längeren Laufzeit oder schlicht höhere Beträge. Um die Verbindung von Kleinspargruppen mit dem formellen Finanzsektor zu fördern, hat CARE acht Pilotprojekte in fünf afrikanischen Staaten getestet.

Unter anderem wurden in Kenia und Uganda zwischen den Jahren 2009 und 2012 über 400 Kleinspargruppen mit Barclays zusammen gebracht. Bevor die Gruppen finanzielle Dienstleistungen in Anspruch nahmen, erhielten sie Unterricht, um etwa eine Verschuldung zu vermeiden. Auch die Bankangestellten wurden geschult, um den Bedürfnissen der neuen Kunden gerecht zu werden. Diese Maßnahmen basieren auf CAREs Prinzipien für die Zusammenarbeit von Kleinspargruppen mit Finanzinstitutionen. Die über 400 Gruppen haben anschließend Konten bei Barclays eröffnet und inzwischen rund 90.000 Euro auf diese Konten eingezahlt. Maude Massu wies nach einer Frage aus dem Publikum bezüglich der Entscheidungsfreiheit der Gruppenmitglieder daraufhin, dass die Gruppen und ihre Mitglieder nicht gezwungen seien die Verbindung zur Bank zu suchen. Das primäre Ziel sei es vielmehr, dass Frauen sich ihre finanzielle Bildung zu Nutze machen und eigenständige Entscheidungen treffen.