Cholera in Benin ausgebrochen

Schlimmste Fluten seit 1963 spielen sich abseits internationaler Aufmerksamkeit ab.

 

„Es ist Regenzeit in Benin, die heftigen Regenfälle werden nicht aufhören. Wir können nicht einfach sitzenbleiben und abwarten, bis diese Situation außer Kontrolle gerät“, sagt Rotimy Djossaya, Landesdirektor von CARE in Benin. „Viele der älteren Bewohner bestätigen, dass sie noch niemals solch ein starkes Hochwasser erlebt haben.“ Doch die derzeitige dramatische Situation im westafrikanischen Benin, einem der ärmsten Länder der Welt, bekommt nur wenig Aufmerksamkeit von der Weltöffentlichkeit.

Bei den verheerenden Fluten sind in den vergangenen Wochen mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen. Knapp 700.000 Einwohner in 51 der 77 Gemeinden des westafrikanischen Landes sind stark betroffen. Eine große Anzahl an Dörfern ist inzwischen komplett weggeschwemmt.  

Aufgrund des schlechten hygienischen Zustands und stark verschmutzten Wassers sind bereits 800 Fälle von Cholera aufgetreten. Diese Zahl steigt täglich weiter. Medizinische Versorgung ist jedoch für viele Betroffene ein Luxus. Die meisten Familien haben ihren Besitz und ebenso ihr Einkommen in den Fluten verloren. Sie können sich eine Krankenversicherung nicht leisten und müssen Kredite aufnehmen, um Durchfall und Fieber ihrer Kinder behandeln zu können.

In den Gemeinden Aguégué, Dangbo, Adjohoun, Bonou, Ouinhi und Zangnanado verteilt CARE Lebensmittel, Wasserreinigungsmittel, Seife und Moskitonetze für 10.000 Flutopfer. Darüber hinaus hilft CARE mehr als 10.000 von Malaria infizierten Kindern unter fünf Jahren und 2.000 Schwangeren mit notwendiger medizinischer Versorgung. CARE wird in den nächsten Wochen insgesamt 100.000 Betroffene mit Lebensmitteln, Wasserreinigungsmitteln, Zelten und anderen Nothilfegütern erreichen.