Dadaab: „Es ist beschämend, nicht für seine Familie sorgen zu können“

Ethio lebt seit 16 Jahren mit seiner Familie in Dadaab. Genug zu essen haben sie nur selten.

„Nahrung ist Leben“, sagt Ethio aus dem Sudan und erzählt uns, dass er schon seit 16 Jahren in Dadaab lebt. „ Ich war eine sehr bekannte Persönlichkeit in meinem Land und ich habe nie gedacht, dass ich eines Tages auf Hilfe angewiesen sein könnte.
Früher fand ich es beschämend, von der Unterstützung von Hilfsorganisationen abhängig zu sein. Heute bekomme ich mein Essen von CARE. Ich würdige die Leistungen von CARE, dem Welternährungsprogramm und dem Flüchtlingsprogramm der Vereinten Nationen. Ohne sie würden wir Flüchtlinge wahrscheinlich nicht überleben.“

Die Rationen reichen nicht, um satt zu werden

„Die Hilfsorganisationen sorgen dafür, dass wir Flüchtlinge Nahrungsmittel erhalten.
Bevor ich nach Dadaab fliehen musste, kannte ich Hunger nur aus Erzählungen. Wir erhalten von CARE Nahrungsmittel für 15 Tage. Allerdings reichen die Rationen für eine neunköpfige Familie nicht.
Unsere Familie ist in den letzten Jahren gewachsen. Es ist schwer, alle ausreichend zu ernähren.“ Ethio erzählt uns außerdem, dass zwei seiner Söhne verheiratet sind. (und mit ihren Frauen in der gleichen Heimstätte leben, in die er 1992 zugeteilt wurde.)

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Wenn das Essen knapp wird, verkaufen sie Feuerholz

Um genügend für alle zu Essen zu haben, gehen seine Kinder manchmal in den Wald Feuerholz suchen, das sie dann auf dem Markt verkaufen. Mit diesem Geld kaufen sie dann zusätzliche Nahrungsmittel oder Vorrat für besonders schwere Zeiten – vor allem für die Zeit kurz vor der nächsten Lebensmittelsausgabe, wenn die vorangegangenen Rationen aufgebraucht sind. Neben dem Feuerholzverkauf gehen sie auch manchmal Warzenschweine fangen, damit die Familie etwas zu essen bekommt. Das ist zwar einerseits sehr gefährlich, aber andererseits hat Ethio manchmal keine andere Wahl, um seine Familie zu ernähren. „ Es ist sehr unangenehm für einen alten Mann wie mich, Zuhause zu bleiben und auf jemanden zu warten, der sich um das Essen meiner Familie kümmert. So etwas hab ich vorher noch nie in meinem Leben machen müssen“, erklärt Obang.