Dadaab: Es ist leicht, sich für Wasser zu begeistern

CARE versorgt in Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt, über 440.000 Flüchtlinge mit Wasser und klärt sie über Hygiene auf.

Jeder weiß, dass Wasser für Menschen lebenswichtig ist. Man kann Wochen, ja Monate ohne Essen überleben, aber schon nach einem Tag ohne Wasser leidet der menschliche Körper. Aber obwohl Wasser lebenswichtig ist, ist es doch für die meisten Leute eher abstrakt. Ganz anders geht das den CARE-Mitarbeitern des Wasserteams in Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt. Unterhält man sich mit den Ingenieuren, Logistikern und Managern über Wasserversorgung, ist der Funke nach weniger als zehn Minuten übergesprungen.

Als größter Wasserversorger in den drei Lagern von Dadaab stellt CARE jeden Tag ungefähr 7,5 Millionen Liter Wasser bereit. Die Flüchtlinge erhalten durchschnittlich 15 Liter pro Tag und pro Person. Aber 440.000 Menschen – die Zahl wird wahrscheinlich am Ende des Jahres auf 540.000 angewachsen sein – mit Wasser zu versorgen, bleibt eine immense Aufgabe. Täglich kommen rund 1.200 neue Flüchtlinge hinzu.

Von Bohrlöchern und Wassertanks

“Dadaab ist die drittgrößte Stadt in Kenia,” sagt Timothy Mwangi, zuständig für Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene bei CARE. „Die Koordination und die Logistik, um so viele Menschen zu versorgen, ist schon unter normalen Umständen schwierig. Aber in einem Flüchtlingslager sind die Herausforderungen noch größer.

CARE hat in den letzten Jahren insgesamt 20 Bohrlöcher gebohrt und errichtet Wassertanks, zu denen Leitungen führen. Über 172 Kilometer Länge erreichen diese. So wird das Grundwasser unter der ausgetrockneten Oberfläche von Dadaab gefördert. Zusätzlich stellt CARE Tanklastwagen und erhöhte Wassertanks bereit. Jedes der Gebiete, in dem die neu angekommen Flüchtlinge siedeln, hat ein bis drei dieser Tanks. Jeder einzelne versorgt 2.500 Menschen. CARE baut auch die Wasserstellen in diesen Gebieten aus und verlängert die Rohrleitungen aus dem Lager.

Aber trotz aller Anstrengungen sind die Ressourcen knapp. Amina Akdi Hassa ist Vorsitzende von Dagahaley, einem der drei Camps in Dadaab. Als Vertreterin der Flüchtlinge wird ihre Meinung gehört, wenn Entscheidungen über die Hilfsleistungen in Dagahaley getroffen werden. Sie lebt seit fast 20 Jahren in Dadaab. „Berichtet der Welt von unseren Problemen“, sagt sie ihren Besuchern.

Wohin mit dem Wasser?

Eines dieser Probleme ist der Transport und die Lagerung des Wassers. CARE verteilt zwar Wasserkanister an alle neu angekommenen Flüchtlinge, damit sie es sauber und sicher transportieren und lagern können. Aber häufig bleibt genügend Zeit für die Menschen, sich damit zu beschäftigen, weil sie auch kochen oder Feuerholz sammeln müssen. CARE-Mitarbeiter fragen deswegen Flüchtlingen wie Amina, welche Probleme sie bei der Wasserversorgung haben und finden mit ihnen Lösungen.


Auch die Instandhaltung von sanitären Anlagen und das Wissen um richtige Hygienemaßnahmen ist in Dadaab wichtig:. CARE-Helfer, viele von ihnen selbst Flüchtlinge, machen auf verschiedene Hygieneprobleme aufmerksam und vermitteln, wie man sich vor Krankheiten schützen kann. Sie gehen von Tür zu Tür um zu informieren, verteilen aber auch Seife und andere Hygieneartikel.

Ein einfacher Weg

Wenn Raphael Muli, verantwortlich für die öffentliche Gesundheitsaufklärung bei CARE, das Randgebiet des Dagahaley Camps besucht, ist er sofort von Bewohnern jeden Alters umringt. Fast alle Kinder melden sich, wenn es um die Vorführung geht, wie man sich richtig die Hände wäscht. Raphael blättert durch ein Buch voll mit Bildern, die alles Schritt für Schritt erklären.

Dann verteilt er Seifenstücke und erinnert die Flüchtlinge daran, dass Hände waschen ein einfacher Weg ist, um sich vor Krankheiten zu schützen. Eine Studie belegt das: Einfache Maßnahme reichen, um Durchfallerkrankungen in einer Gemeinde um fast die Hälfte zu senken. Raphael wiederholt das wie ein Mantra. Er ist Teil eines großen Teams von Gesundheitsaufklärern. Alle grüßen ihn herzlich, ganz gleich, wo er hinkommt.

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Raphael und seine Kollegen haben allein dieses Jahr mit ihrer Kampagne knapp 31.500 Flüchtlinge in den Randgebieten von Dadaab erreicht. Ihr Ziel ist es aber, am Ende des Jahres 60.000 Menschen zu erreichen. Und bei jeder Demonstration, bei jeder Unterhaltung kann man es sehen: Die Menschen sind begeistert.