Dadaab: Flüchtlingsstrom hat bisherigen Höhepunkt erreicht

CARE versorgt etwa 400.000 Flüchtlinge mit Nahrung und Wasser/Bildungsprojekte in Dadaab sollen aufgestockt werden

In der ersten Augustwoche hat die Ankunft neuer Flüchtlinge in Dadaab mit 5.916 Neuankömmlingen ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Nach Angaben der Vereinten Nationen von Anfang dieser Woche leben mittlerweile 399,346 im Flüchtlingslager – vermutlich wurde mittlerweile die 400.000-Marke erreicht.

Mehr als 30.000 weitere Menschen warten außerdem noch auf ihre Registrierung. Der Großteil der Menschen, die in Dadaab Zuflucht finden, kommt aus Somalia. Dort riefen die Vereinten Nationen bereits in fünf Regionen eine Hungersnot aus. Es wird befürchtet, dass die Trockenzeit bis mindestens September anhält – eine Verbesserung der Situation ist im Moment also auszuschließen.

CARE ist in Dadaab unter anderem für die Bereiche Wasser, Bildung und Nahrung zuständig. Außerdem unterstützt CARE Opfer sexueller Gewalt. Viele Frauen wurden auf der Flucht vergewaltigt oder bedroht und benötigen medizinische, psychologische aber auch rechtliche Betreuung. Die „Stay Safe“-Kampagne wiederum soll Informationen zu sexueller Gewalt verbreiten, um weiteren Fällen vorzubeugen und Opfer zu ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. 3.800 Menschen – 70 Prozent davon Frauen – konnten so bereits erreicht werden.

Viele der neuankommenden Flüchtlingskinder sind noch nie zur Schule gegangen

CARE bereitet sich derzeit darauf vor, mehr Kindern im Flüchtlingscamp zumindest eine Grundschulbildung zu ermöglichen. Vor allem müssen neuankommende Flüchtlingskinder, die häufig noch nie in ihrem Leben zur Schule gegangen sind, auf den Unterricht im September mit „Schnellklassen“ vorbereitet werden.

Pressesprecherin Sabine Wilke, die sich in Dadaab derzeit eine Lage von der Situation vor Ort macht, ist beeindruckt von der Arbeit der über 250 CARE-Mitarbeiter: „Es ist Wahnsinn, was CARE und andere Organisationen hier leisten, um den Menschen zumindest das zu geben, was sie zum Überleben brauchen.“

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Auch für die Viehzüchter in Kenia selbst verschlechtert sich die Lage täglich. In Marsabit, im Norden des Landes, ist bereits ein Drittel des Tierbestandes verendet. Die Wasserstellen für das Vieh sind versiegt, auch Trinkwasser ist rar. In mehreren Distrikten ist es zu Ausbrüchen der Maul- und Klauenseuche gekommen und Menschen leiden aufgrund der schlechten Nahrungsmittelsituation immer häufiger unter Durchfallerkrankungen.

In den Schulen fehlt etwa die Hälfte aller Mädchen. CARE arbeitet in Kenia, Somalia und Äthiopien weiter unter Hochdruck und stockt die bisherige Hilfe auf, um Familien in den betroffenen Regionen zu unterstützen. Dazu gehört etwa die finanzielle Hilfe für akut unterernährten Menschen, aber auch das gezielte Schlachten und Verkaufen von Nutztieren, bevor sie verhungern.