Dadaab/Kenia: Mehr Einwohner als Wuppertal

Update: Wie CARE die Menschen im Flüchtlingslager unterstützt

393.189 Flüchtlinge leben mittlerweile in Dadaab, dem weltweit größten Flüchtlingscamp – und das ist nur eine Momentaufnahme. 86.275 Menschen sind in der ersten Jahreshälfte 2011 neu hier angekommen, 98,6 Prozent davon sind Somalier. Das Camp wurde 1991 ursprünglich für 90.000 Menschen konzipiert, mehr als vier Mal so viele leben mittlerweile hier.

Immer häufigere und längere Dürren in Somalia, Kenia und Äthiopien entziehen gerade den Viehhütern die Existenzgrundlage. Die Tiere waren die Quelle für ihr Einkommen, Nahrung und Milch für die ganze Familie. Wenn die Dürre selbst Kamele und Ziegen sterben lässt, bleibt vielen Menschen nur noch die Flucht.

Fast 5.000 Menschen kamen im Juli durchschnittlich jede Woche in Dadaab an – über 1.000 mehr als etwa noch im Juni.

Die über 230 Mitarbeiter von CARE arbeiten weiter unter Hochdruck, um den nicht abbrechenden Strom von Flüchtlingen mit Wasser und Nahrung zu versorgen und ihnen ein sicheres Dach über dem Kopf zu ermöglichen. Psychologische Beratung hilft gerade Frauen, Erlebtes zu verarbeiten, über ihre Ängste offen zu sprechen.

Wasser und Hygiene
CARE versorgt die Bewohner von Dadaab mit Wasser, baut zusätzliche Wasserstellen und verbessert die Abwassersysteme. CARE arbeitet kontinuierlich daran, die Situation für die Flüchtlinge zu verbessern. So haben die Menschen im Camp Dagahaley nun jeden Tag etwa fünf Stunden länger Zugang zu den Wasserstellen, in Hagadera wurde ein zusätzlicher Wassertank fertig gestellt und in Ifo wurde die tägliche Literzahl von 156.000 auf 210.000 erhöht.

Damit die Menschen trotz der beengten Zustände nicht krank werden, führt CARE auch Hygienemaßnahmen durch, verteilt zum Beispiel 350 Gramm Seife an jeden Neuankömmling, Wasserkanister, die bis zu 20 Liter fassen können und Hygiene-Pakete.

Nahrung
CARE verteilt weiterhin Nahrungsmittel an die Neuankömmlinge in allen drei Camps. Für die ersten 21 Tage nach der Ankunft, in der sie häufig erst mal auf die Registrierung warten müssen, erhalten die Flüchtlinge Nahrung und Wasser. Im Juli wurde an 48.986 Menschen Essen verteilt, wie etwa Mais, Mehl, Salz und Zucker. Auch mit Plastikplanen, Küchensets, Eimern und Plastikmatten versorgt CARE die Menschen, die häufig mit nichts als der Kleidung am Leib in den Camps eintreffen.

Schutz und Beratung
Flüchtlinge haben nicht nur tagelange Fußmärsche hinter sich, sondern auch Gewaltübergriffe, Vergewaltigung und andere traumatische Erlebnisse. Viele mussten auch ihre Verwandten zurücklassen oder haben sie auf dem Weg verloren. CARE hat bisher 5.426 Menschen mit Beratungen und Schutz geholfen, mehr als die Hälfte davon sind Frauen.

Vor allem mit kleineren Kampagnen über sexuelle Gewalt gegen Frauen möchte CARE auch aufklären und die weiblichen Flüchtlinge erreichen, damit sie wissen, dass es Hilfe für sie gibt und dass die Gemeinschaft daran arbeitet, bei Gewalt nicht wegzuschauen, sondern zu helfen.
In Ifo und Dagahaley bietet CARE psychologische Unterstützung an. 790 Erwachsene und 222 Kinder, die neu in Dadaab eintrafen, wurden bereits unterstützt.

Insgesamt konnte CARE in Kenia bereits 673.430 Menschen unterstützen.

Helfen Sie CARE im Kampf gegen die Dürre und den Hunger in Ostafrika und spenden Sie hier!