Das Schlimmste, das ich je erlebt habe

Habibi floh mit ihrer Familie nach Dadaab. Auf dem Weg wurde sie vergewaltigt

Die 70-jährige Habibi (Name wurde von der Redaktion geändert) floh zusammen mit 72 anderen Menschen von Somalia nach Kenia. Fast ihr ganzes Dorf, ihre Freunde und ihre Familie, nahmen diesen Weg auf sich. Ihr Sohn hatte von dem Camp in Dadaab gehört und ihr vor Jahren einmal davon erzählt. Er sagte, sie könnten dahin flüchten, wenn die Unruhen schlimmer werden. Habibis Ehemann wollte das nicht – so blieben sie erst einmal in Somalia.

Viele der Flüchtlinge waren Landwirte, sie bauten Hirse an, hielten Kühe, Ziegen und Schafe. Sie mussten Somalia aufgrund der anhaltenden Dürre verlassen und zogen mit ihren Freunden, Nachbarn, Kindern und Enkelkindern fort. Die Reise in das Flüchtlingscamp Dadaab beschreibt Habibi als „das Schlimmste, was sie je erlebt hat“.

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„Mein Mann und meine Söhne haben alles gesehen“

„Wir wurden von unheimlichen Männern angegriffen, die all unsere Habseligkeiten gestohlen haben, viele Frauen wurden unterwegs vergewaltigt, die Männer verprügelt. Aber zum Glück ist niemand dabei gestorben.“ Habibi selbst wurde auch vergewaltigt und kann bereits offen darüber sprechen. Sie ist immer noch traumatisiert, voller Zorn und Verwirrung. „Mein Mann und meine Söhne haben alles gesehen, es war sehr schlimm.“

Zusammen mit 16 Freunden und Verwandten wartet sie noch immer auf die Registrierung im Dagahaley Camp. Die anderen befinden sich alle im Hagadera Camp. Einer ihrer Verwandten überließ ihr sein Zelt, sodass Habibi und ihre vier Enkelkinder immerhin eine Unterkunft haben. Auf ihrer ganzen Reise hatten sie nur Mais zu essen.

 

„Ich will nicht zurück nach Somalia, all die Probleme dort sind ungelöst! Hier in Dadaab habe ich nichts, trotzdem bleibe ich. Das Leben hier ist hart. Sie geben uns nur wenig zu essen, weil wir noch nicht registriert sind, aber ich bleibe lieber hier als wieder zurückzugehen“, sagt sie.