"Der Sturm hat mir alles genommen"

Überlebende von Zyklon Nargis schildern ihre traumatischen Erlebnisse

Es sind entsetzliche Szenen, welche die Mitarbeiter des CARE Nothilfe-Teams schildern. Zwischen den Trümmern und Schuttbergen liegen noch immer die toten Körper der Opfer von Wirbelsturm Nargis. Die Ausbreitung von Seuchen ist nun die größte Bedrohung für die Überlebenden.

Der CARE-Mitarbeiter Nay Myo Zaw hat in den letzten Tagen viele Berichte von der verheerenden Kraft des Wirbelsturms und der nachfolgenden Flutwelle gehört. Wie zum Beispiel die Geschichte eines Fischers, den er bei einer Verteilung von Hilfsgütern in einer Schule in Pathein traf. Mit Tränen in den Augen erzählt er Nay, dass er seine Frau und seine drei Kinder bei dem Unwetter verloren hat. Ein anderer Mann, der ebenfalls um Hilfsgüter ansteht, berichtet von einem ähnlichen Schicksal. Sein einziger Sohn wurde von der fast zwei Meter hohen Flutwelle hinweggerissen. Als der Zyklon losbrach, versuchte seine Familie verzweifelt ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen. Der achtjährige Sohn lief hinaus in den Sturm, um den Futtertrog der Schweine zu retten. Doch stattdessen wurde er von der Wucht der Wassermassen erfasst und mitgerissen. Hilflos versuchte der Vater alles, um seinen Jungen aus dem Wasser zu ziehen – doch vergebens. Er musste mit ansehen, wie er von der Flutwelle davon gerissen wurde.
 
In Myaung Mya, wo derzeit etwa 10.000 Überlebende in Notunterkünften Zuflucht gefunden haben, hört Nay bei einem seiner Einsätze den Bericht eines weiteren Überlebenden. Er schildert, wie das Haus seines Nachbarn, in dem sich vier Menschen aufhielten, durch den Wirbelsturm vom Erdboden gerissen und in die Luft gewirbelt wurde. Innerhalb weniger Minuten wurde auch seine eigene Hütte zum Opfer der Fluten - er und seine Familie von den Wassermassen davon geschwemmt. Sie überlebten nur, weil sie sich an einem Baum festklammerten bis das Wasser wieder sank.

CARE mobilisiert derzeit alle Kräfte, um die Überlebenden von Zyklon Nargis mit sauberem Wasser zu versorgen. Gemeinsam mit dem Welternährungswerk der UN (WFP) werden Nahrungsmittel verteilt. In der myanmarischen Hauptstadt Rangun werden außerdem Hilfsgüter wie Kinderbekleidung, Sarongs, Moskitonetze, Plastikplanen, Koch- und Hygieneartikel zusammengepackt, um sie so bald wie möglich zu den Notleidenden im Irrawaddy-Delta zu bringen.

Das Ausmaß der Katastrophe übersteigt sämtliche Prognosen. Helfen Sie den Opfern des Wirbelsturms in Myanmar. Herzlichen Dank!

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