„Der Wind riss einfach alles mit sich…“

Rosaline Bavihely aus Madagaskar erzählt von der Nacht, in der Sturm Ivan kam.

Am Sonntag, den 17. Februar, traf der Wirbelsturm Ivan auf die im Indischen Ozean gelegene Insel Madagaskar. In Soanierana Ivongo, an der Nordostküste des Landes, hat er den größten Schaden angerichtet. Damit folgt Ivan auf den Wirbelsturm Indlala, der vor erst einem Jahr weite Teile derselben Region verwüstete.

Rosaline Bavihely ist 41 Jahre alt und Mutter von drei Kindern. Sie hat durch den Wirbelsturm alles verloren. „Mein Haus stand am Strand“, erzählt sie und vor ihrem Haus verkaufte sie gewöhnlich Fisch. „Als es anfing zu stürmen war ich mit meinen Kindern zu Hause. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie einen solch starken Wind und Regen erlebt. Die Kinder weinten und schrien“, fügt Rosaline hinzu. „Ich habe versucht die Kinder abzulenken und sie zu beschäftigen. Wir drückten uns zusammen gegen die Wände, damit sie nicht vom Sturm mitgerissen wurden“, berichtet sie. „Dann kam das Wasser vom Meer herauf und unser Dach flog weg. Der Wind riss einfach alles mit sich – die Betten, Kleidung, Gänse, Hühner und Radios.“ Rosaline nahm die Kinder und rannte zu den Nachbarn. „Ich habe viele Wirbelstürme miterlebt, aber das war der Schlimmste. Ich habe mein letztes Geld ausgegeben, um Essen für meine Kinder zu kaufen. Wir brauchen Hilfe, um unser Haus wieder aufzubauen.“

Fast alle der 22.000 Einwohner der Küstenstadt Soanierana Ivongo sind von den Folgen des Wirbelsturms betroffen. Fast 3.000 Menschen sind obdachlos. Die meisten Menschen leben allein von dem Anbau von Gewürznelken, Pfeffer, Kaffee und Vanille sowie vom Fischfang. Doch ohne Unterstützung werden viele Familien in den nächsten Monaten Hunger leiden müssen - der Sturm hat vermutlich nahezu die gesamte Ernte vernichtet. Auch das Saatgut für das kommende Jahr wurde überschwemmt, die Fischgründe stark beschädigt. Schulen wurden zerstört und mehr als 2.000 Schüler können derzeit nicht zum Unterricht gehen.

CARE verteilt Lebensmittel


CARE konzentriert sich darauf, Schutzunterkünfte zu errichten und Lebensmittel zu verteilen, wie Nothilfekoordinator Didier Young berichtet. Außerdem hilft CARE dabei, die von den Stürmen beschädigten Straßen wieder frei zu räumen. In den nächsten Wochen sollen mit den Hilfsmaßnahmen zwischen 40.000 bis 50.000 Menschen in den Regionen Soanierana Ivongo, Ostfenerive und Vavatenina erreicht werden.

CARE International ist seit 1992 in Madagaskar aktiv. Ziel ist es, vor allem die Ursachen der Armut zu bekämpfen. CARE leistete aber auch mehrfach Katastrophenhilfe. Die Nothilfe wird von CARE sobald wie möglich mit längerfristiger Unterstützung verbunden. CARE plant daher die Verteilung von Saatgut und Werkzeugen um den Menschen beim Aufbau einer neuen Lebensgrundlage zu helfen.

 


Sehen Sie hier ein Video, in dem die Betroffenen von ihrer Situation berichten.