„Die Lage wird einfach nicht besser“

Osman Sheikh Hussein floh 32 Tage vor der Dürre und dem Konflikt in Somalia in das Flüchtlingslager Dadaab im Norden Kenias .

“Meine Familie und ich sind aus Somalia hierher gekommen, aus Baidera im Oberen Jubatal. Wir haben uns entschieden nach Dadaab zu gehen, weil uns die Dürre und die Gewalt keine andere Wahl ließen. Die Situation wurde immer schlimmer. Es hat seit langem nicht geregnet und jeder hatte Hunger.
Wir gingen Tag und Nacht, 32 Tage lang, und schliefen unter freiem Himmel. Als wir an der Grenze zu Kenia ankamen, waren einige Frauen und Kinder sehr erschöpft und krank. Ich habe etwas Geld aufgetrieben und für einen Lastwagen gezahlt, der sie nach Dadaab bringen sollte. Es war eine sehr schwierige Reise.


Wir sind jetzt seit 29 Nächten hier, aber wir konnten uns immer noch nicht in Dadaab als Flüchtlinge registrieren. Als wir hier ankamen, gingen wir dorthin, wo auch die anderen neu Angekommenen warteten. Dort bekamen wir Lebensmittel und andere Haushaltsgegenstände, weil wir nichts bei uns hatten. Unsere Stadt haben wir so schnell verlassen, dass wir fast alles zurückgelassen haben. Auf dem Weg hierher verloren wir auch noch einige Dinge und die Kinder waren so müde, dass wir sie tragen mussten.

Helfen Sie CARE im Kampf gegen die Dürre und den Hunger in Ostafrika und spenden Sie hier!


„Ich fühle mich das erste mal sicher und kann ruhig schlafen“


Somalia wollte ich schon lange verlassen. Die Lage wird einfach nicht besser. Es gab nichts mehr in Somalia – nichts ist, wie es früher einmal war. Es gibt keine Schulen und keine Krankenversorgung mehr. Ich möchte, dass meine Kinder eine Ausbildung bekommen. Die Sicherheitslage wurde schlimmer und die Dürre brachte viel Gewalt mit sich, weil die Menschen Hunger litten. Wann der Konflikt beigelegt wird, weiß keiner und in unserem Dorf hat es kaum geregnet. Alle Tiere sind gestorben. Wir hatten einmal eine große Herde an Schafen, Ziegen und einigen Kamelen. Alle verhungerten. Es ist so trocken und ich glaube nicht, dass es bald regnen wird.


Hier haben wir nur diese Hütte aus Plastikplanen und Holz, aber wenigstens bekommen wir Wasser und etwas zu essen. Es gibt auch ein Gesundheitszentrum. Ich fühle mich das erste mal sicher und kann ruhig schlafen, ohne mich um meine Kinder sorgen zu müssen.“