Dürre am Horn von Afrika: Drei Monate nach Ausrufung der Hungersnot

In einigen Regionen am Horn von Afrika hat inzwischen die Regenzeit begonnen. Aber ein vorzeitiges Ende der Krise, die zehntausenden Menschen das Leben gekostet hat und hunderttausende bedroht, ist jedoch noch nicht in Sicht.

Die Menschen, die den harten klimatischen Bedingungen bisher widerstehen konnten, sind nun am Rande ihrer Kräfte. Die stetigen Klimaveränderungen überfordern selbst einige der reichsten Länder der Welt, von den ärmeren wie dem Horn von Afrika ganz zu schweigen.

Drei Monate nach Ausrufung der Hungerkatastrophe im Süden Somalias durch die Vereinten Nationen benötigen mittlerweile rund vier Millionen Menschen humanitäre Unterstützung. Etwa 750.000 Menschen sind in Somalia vom schleichenden Tod durch Verhungern gefährdet. Die humanitäre Hilfe läuft auf Hochtouren; Unsicherheit und der erschwerte Zugang zu stark betroffenen Regionen stellen dabei die Helfer jedoch noch vor große Herausforderungen.

Laut FEWS NET, einem Frühwarnsystem für Hungersnöte, kann der Regen, der jährlich von Oktober bis November fällt, für ein wenig Erleichterung in Teilen Äthiopiens und Kenias sorgen. Für die am schlimmsten betroffenen Regionen Somalias sind die Prognosen jedoch nicht positiv. Trotz anstehender Regenzeit warnen Meteorologen vor einem frühzeitigen Ende des Regens. Eine Katastrophe für die Bauern, die ihren Lebensunterhalt durch die Pflanzung wertvoller Samen verdienen, welche wiederum vom Regen abhängig sind.

"Die Welt der Menschen in der Region verändert sich kontinuierlich."

Selbst im besten Falle wird es lange dauern, bis sich die landwirtschaftliche Produktion wieder erholt hat. Viele der am schlimmsten betroffenen Menschen sind Hirten, die aufgrund der Dürre einen hohen Anteil ihres Viehbestandes verloren haben. Es wird Jahre dauern, diesen Verlust wieder aufzustocken. Durch die Verteilung von Nahrung, sauberen Wasser- und Sanierungsanlagen, sowie die Versorgung von unternährten Kindern unter fünf Jahren, leistet CARE Soforthilfe in den Krisengebieten Äthiopiens, Kenias und Somalias. Bisher konnten damit 1,5 Millionen Menschen erreicht werden.

CAREs längerfristige Arbeit in der Region beinhaltet gemeinschaftsorientierte Ansätze. Am ganzen Horn von Afrika hilft CARE Gemeinschaften bei der Entwicklung neuer Einnahmequellen, bei Land- und Wassereinsparungen, verschafft einen erleichterten Zugang zu Bildung und entwirft gemeinschaftsbasierte Strategien zur Verringerung des Katastrophenrisikos. Um diese Projekte innerhalb der nächsten fünf Jahre umzusetzen, will CARE weltweit 320 Millionen US-Dollar aufbringen. In Deutschland hat CARE bis heute 5,4 Millionen Euro eingenommen.

„Selbst wenn es bald überall am Horn von Afrika regnen würde, bedeutete dies nicht das Ende dieser komplexen und anhaltenden Krise. Die Welt der Menschen in der Region verändert sich kontinuierlich. CARE wird den Gemeinden im Anpassungsprozess an eine noch unbekannte Zukunft beistehen. Komme, was wolle.

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