EARTH DAY 2011: Ziegen und Sparen gegen den Hunger

Durch die Auswirkungen des Klimawandels hungern vor allem in Afrika immer mehr Menschen.

Jedes Jahr am 22. April wird am EARTH DAY weltweit zum Schutz der Umwelt aufgerufen. CARE hilft Menschen in Entwicklungsländern, sich an die Veränderungen durch den Klimawandel - wie Nahrungsmittelunsicherheit - anzupassen.

 

Hunger zu haben ist für Etenesh Daniel aus Äthiopien nichts Neues. Vor allem in der Trockenzeit ist die Ernte schlecht und Nahrungsmittel knapp. Die Bauernfamilien in dem kleinen Dorf Muguja können nur warten, bis der Regen kommt.
“Wir haben immer häufigere und längere Dürreperioden, es regnet immer unregelmäßiger. Die Preis für Nahrungsmittel steigen, während Anbau- und Weideflächen schrumpfen. Die Situation wird immer schlimmer“, sagt Etenesh.
„In den immer häufiger werdenden Trockenzeiten füttern wir die Tiere mit Bananenpalmenblättern, da es kaum andere Pflanzen mehr gibt. Aber die Blätter machen die Tiere krank. Viele von ihnen sterben.“

 

Klimawandel und Hunger

Der Klimawandel ist laut dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen eine der Hauptursachen für globale Ernährungsunsicherheit. Es wird geschätzt, dass bis 2060 sieben Prozent weniger Nahrungsmittel produziert werden. Gleichzeitig wird es weltweit immer mehr Menschen, wirtschaftliche Ungleichheiten und damit mehr Unterernährung geben – zwei Drittel davon in Afrika.
In Äthiopien sind diese Entwicklungen schon lange sichtbar. Das Ökosystem des Landes am Horn von Afrika und seine Bevölkerung leiden unter den Auswirkungen der unregelmäßigen Niederschläge und anderen klimatischen Risiken. Die extrem schwankenden Nahrungsmittelpreise machen es den betroffenen Menschen immer schwerer, sich ausreichend zu ernähren.

Viele Frauen haben Kredite aufgenommen, um ihre Familien zumindest kurzzeitig versorgen zu können. Langfristig gesehen führt das allerdings dazu, dass sie sich immer weiter verschulden. Für die Rückzahlung der Kredite müssen die Frauen oft harte Landarbeit verrichten. Die Zinsen liegen häufig bei hundert Prozent. „Was können wir schon tun“, sagt Etenesh. „Wenn kein Regen kommt und die Ernte ausbleibt, fehlt einfach das Geld für Lebensmittel.“  

 

"Robot" - unaufhörliche Arbeit und große Anstrengungen

Seit 2010 organisiert CARE zusammen mit anderen Organisationen das Projekt “Village Saving and Loan Associations”. In Spar- und Kreditvereinen organisieren die Menschen gemeinsam ihre Einnahmen und Ausgaben, Notfallfonds sichern sie ab, wenn zum Beispiel eines ihrer Kinder dringend medizinische Versorgung benötigt.
Die Mitglieder von Eteneshs Gruppe nennen sich selbst “Robot“, – als Ausdruck ihrer vielen Arbeit und Anstrengungen.
Die Spargruppe besteht ausschließlich aus Frauen, die Konzepte entwerfen und die eingenommenen Gelder sorgfältig verwalten. Letztes Jahr haben sie gemeinsam 2.000 Birr (circa 80 Euro) in den Anbau und den Verkauf von Ingwer investiert. Mit dem Ertrag konnten einige der Frauen aus ihren unsicheren Strohhütten in sichere Häuser mit befestigten Dächern ziehen. Die Ernährung und die  Lebensqualität der Familien verbesserte sich, die Kinder können in die Schule gehen.



Aus zwei Ziegen werden immer mehr

Etenesh ist auch noch in einer weiteren vom CARE-Projekt ins Leben gerufenen Frauengruppe aktiv. Jedes Mitglied erhält zwei Ziegen. Die ersten zwei Jungen der jeweiligen Ziege erhält dann eine andere Frau, die den nächsten Nachwuchs wieder weiter gibt. Die Frauen der „ersten Generation“ werden somit selbst zu „Geberinnen“.

CARE und FARM Africa bieten auch Workshops für jeweils eine Frau in jedem Dorf an. Dort lernen die Frauen die richtige Haltung von Ziegen und ihrem Nachwuchs. Im Jahr 2010 wurde Etenesh für dieses Projekt ausgewählt.
Nur durch langwieriges Training in der Haltung von Ziegen, Schafen und Rindern kann deren hohe Sterberate in Dürrezeiten verringert werden.


Insgesamt werden mit dem CARE-Projekt 15.000 Frauen erreicht, die durch die gemeinsame Arbeit und gegenseitige Unterstützung gestärkt werden. Durch ihr eigenes Einkommen gewinnen die Frauen an Selbstvertrauen und können ihre gesellschaftliche Position in der Familie stärken. Auch in ihren Gemeinden werden die Geschäftsfrauen und Gesundheitsmitarbeiterinnen immer mehr respektiert.

Der Klimawandel hat starke Auswirkungen auf alle Bereiche rund um die Sicherung von Ernährung. Betroffen vom Klimawandel sind daher die Versorgung, der Zugang, die Nutzung und die dauerhafte Sicherung.
Ernährungssicherheit und die Anpassung an den Klimawandel sind eng miteinander verbunden.
Projekte, die den Klimawandel berücksichtigen, verbessern daher auch  die Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel.
Der Klimawandel muss begrenzt werden, damit nicht noch mehr Menschen in Entwicklungsländern hungern müssen.

<media 6889>Mehr zu dem Thema Klimawandel und Nahrungsmittelsicherheit finden Sie im Informationsschreiben von CARE Climate Change.</media>

Mehr Informationen zum EARTH DAY finden Sie hier.