Ein Neuanfang für Tacloban

Am 8. November zog Wirbelsturm Haiyan über die Philippinen hinweg und machte ganze Stadtteile dem Erdboden gleich. Fast drei Wochen nach dem verheerenden Sturm sind die Menschen nun voller Tatendrang mit dem Wiederaufbau beschäftigt.

Als eine fast fünf Meter hohe Flutwelle, die Taifun Haiyan mit sich brachte, über Tacloban hereinbrach, retteten sich mehrere hundert Menschen auf ihre Häuserdächer und klammerten sich an Seilen, Metallstangen oder Holzresten fest. Als der Sturm endlich vorüber war, standen nur noch drei Häuser der Nachbarschaft.

Wo noch vor 20 Tagen viele Menschen ein Zuhause hatten, sind jetzt nur noch Trümmerhaufen zu sehen. In der glühend heißen Nachmittagssonne arbeiten die Menschen hart daran, wiederverwendbare Teile von Müll zu trennen: Ein lächelndes Mädchen schiebt eine Plastikkarre vor sich her, Männer heben mit viel Mühe Betonbrocken aus den Trümmern heraus, ein kleiner Junge findet zwischen Schutt und Müll eine Spielzeuggitarre und beginnt darauf zu spielen. Der Geruch von Rauch und verfaulendem Obst erfüllt die Luft.

„Ich war nicht in der Stadt, als der Taifun Tacloban traf. Als ich dann hierher zurückkehrte, waren mein Haus und mein kleines Geschäft völlig zerstört.“, berichtet Frank Faluguera während er sich durch die Trümmer seines Hauses kämpft. „Alles was ich jetzt tun kann, ist die brauchbaren Stücke Metall aus dem Schutt zu bergen. Es wird sehr lange dauern bis sich die Lage wieder normalisiert hat. Ich brauche jetzt vor allem Baumaterial, um mein Haus wieder aufzubauen.“, so Faluguera.

„Eine Stimmung von Unverwüstlichkeit und Aufschwung.“

Gabriel Fernandez del Pino, CARE-Experte für den Wiederaufbau auf den Philippinen, ist beeindruckt von dem schnellen Fortschritt, der sich in den letzten zwei Wochen in Tacloban zeigte: „Trotz der immensen Verluste haben die Menschen ein Lächeln auf den Lippen während sie mit dem Wiederaufbau beschäftigt sind. Es herrscht eine Stimmung von Unverwüstlichkeit und Aufschwung.“

Gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation plant CARE 180 Familien in der zerstörten Küstenregion Tacloban mit Baumaterial für Notunterkünfte und den Wiederaufbau ihrer Häuser zu versorgen. Die CARE-Pakete enthalten neben Nägeln, einem Hammer, einer Handsäge und einer Schaufel noch andere nützliche Materialien, die Menschen wie Frank für den Wiederaufbau ihrer Häuser dringend benötigen.

Sobald Frank sein Haus wieder errichtet hat, will er auch seine Familie zurück in die Heimat holen. Seine Frau und seine beiden Söhne wohnen zurzeit bei Familienmitgliedern in Samar. Aber es werden wohl noch Wochen, wenn nicht sogar Monate vergehen, bis die Familie wiedervereint ist.