"Eine klimapolitisch dramatische Zeit"

ZEF und CARE stellen gemeinsame Studie vor / Staatssekretär des BMU und Vertreter des UN-Wüstensekretariats zu Gast

Am 28. Mai lud CARE zu einer Fachkonferenz, auf der die Ergebnisse einer gemeinsam mit dem Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) erstellten Studie vorgestellt wurden. „Warten bis das Wasser kommt? Armutsbekämpfung in Zeiten des Klimawandels“ untersucht anhand von Fallbeispielen aus CARE-Projektländern, inwiefern die Auswirkungen des Klimawandels die Arbeit von Hilfsorganisationen beeinflussen. Die Fachkonferenz versammelte die interessierte Fachöffentlichkeit aus Wissenschaft und Medien im Gremiensaal der Deutschen Welle in Bonn.

Nach der Begrüßung durch Erik Bettermann, dem Intendant der Deutschen Welle, wurde die Veranstaltung von Heribert Scharrenbroich, dem Vorstandsvorsitzendem von CARE Deutschland-Luxemburg e.V, eröffnet (Link: Redemanuskript). Scharrenbroich machte gleich zu Beginn seiner Rede auf die Bedeutung des Klimawandels im Kampf gegen die globale Armut aufmerksam. „CARE will den Menschen helfen, den aus dem Klimawandel erwachsenden Bedrohungen besser begegnen zu können“, so Scharrenbroich. Zusätzlich kritisiert er aber auch die Rolle der Regierungen der Industriestaaten im Zusammenhang mit dem Scheitern des Kopenhagener Klimagipfels 2009 . Er mahnte an, dass „ein ehrliches Scheitern zuzugeben  hilfreicher und zielführender ist, als ein Verkleistern des Problems durch einen faulen Kompromiss.“

Anschließend wandten sich auch Prof. Dr. Solvay Gerke, Direktorin des ZEF, und Staatssekretär Jürgen Becker vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit an das Publikum (Link: Redemanuskript). Auch sie machten deutlich, dass aktuell zu wenig gegen den Klimawandel und die damit verbundenen Folgen für große Teile der Menschheit getan werde. „Wir befinden uns in einer klimapolitisch dramatischen Zeit“, sagt Becker. Gleichzeitig betonte er die wichtige Rolle von Hilfsorganisationen. „Wenn wir nach vorne blicken, ist es aus meiner Sicht immer wieder wichtig, dass wir Wirtschaftsentwicklung und Klimaschutz zusammen sehen“, so Becker weiter.

Die Ergebnisse der Studie wurden dann von Dr. Anna-Katharina Hornidge (ZEF), einer der beiden Autoren vorgestellt. Ziel der Untersuchung war es demnach, einen Überblick über den Stand der Diskussion zur Armutsbekämpfung vor dem Hintergrund des Klimawandels zu geben. Dabei haben die Autoren die Zusammenhänge konkret untersucht und sind den Fragestellungen mit Hilfe einer Fallstudie in Indonesien, einem vom Klimawandel besonders betroffenem Land, nachgegangen.

Im Anschluss an die Präsentation stellten sich die Experten den Fragen des Publikums. Auf dem Podium saßen Sergio A. Zelaya-Bonilla, Leiter der Policy-Abteilung des Wüstensekretariats der Vereinten Nationen, Dr. Cynthia Awuor, Klimaexpertin von CARE Kenia und Dr. Hornidge.

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