Elfenbeinküste/ Liberia: "Ich helfe einfach gern!"

Wenn man sie fragt, warum sie Fremden so viel hilft, kann Boia die Frage kaum nachvollziehen. Sie kann es sich gar nicht anders vorstellen.

Von CARE Mitarbeiter Anders Nordstoga

Der größte Teil von Boia Boayea Korslehs Familie lebt in der Hauptstadt Monrovia. Um vier Enkel kümmert sie sich ohnehin schon, zusätzlich leben derzeit 40 Flüchtlinge in ihren zwei kleinen Häusern in Gblarlay. Dennoch fällt es ihr schwer, die Frage zu verstehen, ob sie jemals in Betracht gezogen habe, den vielen Flüchtlingen nicht zu helfen.

„Ich helfe einfach gern“, sagt sie. „Die Regierung sagt, die Flüchtlinge sollen in eins der Camps gehen. Ich denke, wenn sie da nicht hingehen wollen, sollten sie hierbleiben können. Sie können hierbleiben und den Boden bestellen. Ich kann ihnen Buschland geben, aber wir brauchen landwirtschaftliche Geräte. Bringt die nötigen Geräte und Saatgut, dann gebe ich ihnen Land“, erklärt sie den CARE Mitarbeitern.


Mangelnde Lebensmittel sind das größte Problem in Monrovia


Boia betont noch einmal, dass momentan mangelnde Lebensmittel das größte Problem sind. Nach der Ankunft der ersten Flüchtlinge vor zwei Monaten sind zwei Mal Lebensmittel verteilt worden. Alle registrierten Familien haben jeweils fünf Kilo Reis erhalten. Das allein ist schon sehr wenig, doch dann gibt es da noch all die unregistrierten Flüchtlinge, die weiterhin jeden Tag ankommen.

„Die Menschen teilen mit den Flüchtlingen, die nicht registriert sind. Aber für die Flüchtlinge ist es sehr unangenehm, nach Nahrung fragen zu müssen. Eine Familie sollte immer genug zu essen haben“, sagt Boia sehr bestimmt.