Elfenbeinküste/ Liberia: Sie haben alles hinter sich gelassen, um ihr Leben zu retten

Moungourou Touo Georges wollte nicht noch einmal erleben, wie sein Dorf niedergebrannt wird

Von CARE Mitarbeiter Anders Nordstoga

Moungourou Touo Georges und seine Familie haben alles, was sie tragen konnten, zusammengepackt und Ende Dezember ihre Heimat in der westlichen Elfenbeinküste in Richtung Liberia verlassen. Moungourou ahnte, was kommen würde, als sich die politische Lage in Abidjan zuspitzte.

Die Georges lebten in im östlichen Koiro-Toleupleu, im Gebiet zweier untereinander verfeindeter Stämme. „Es gab viel Misstrauen. Das hat mir Angst gemacht. Vor zehn Jahren wurde unser Dorf von bewaffneten Milizen dem Erdboden gleich gemacht. Ich hatte Angst, dass das Gleiche wieder passiert. Die Entscheidung zu gehen war nicht leicht, aber die Lage war sehr unsicher“, sagt Moungourou.


Ohne Essen und Trinken zu Fuß zwei Tage lang auf der Flucht

Die 13-köpfige Familie musste zwei Tage lang zu Fuß gehen und eine Nacht im Busch verbringen, um den Ort Gblarlay ein paar Kilometer jenseits der Grenze zu erreichen. Man habe sie gut aufgenommen, sagt Moungourou. Die Dorfbewohner teilten alles, was sie haben, mit ihnen. Da aber jeden Tag Hunderte von neuen Flüchtlingen ankommen, reicht es nicht für alle.

„Es ist sehr schwierig. Wir haben nicht genug zu essen und zu trinken und es gibt nicht genug Schlafplätze in den Häusern. Viele schlafen draußen“, berichtet Moungourou an diesem Abend, während es in Strömen regnet.


CARE verteilt mit Partnerorganisation Lebensmittel und andere Hilfsgüter


Seitdem Familie Georges in Gblarlay ist, wurden drei Mal Lebensmittel verteilt. Vergangene Woche haben CARE und die Partnerorganisation ADRA auch andere Hilfsgüter verteilt. „Wir bekamen zwei Stück Seife, einen Eimer, eine Tasse, eine Decke und Damenbinden. Das sind alles Dinge, die wir brauchen, aber das Hauptproblem im Moment sind die fehlenden Lebensmittel“, sagt Moungourou.

Familie Georges lebt jetzt im Haus von Mata Kossleau. Insgesamt schlafen mehr als 20 Personen in zwei kleinen Häusern. Es gibt nicht viel Platz, räumt Mata ein, aber die Leute draußen vor der Tür stehen zu lassen, das kam nie in Frage.


Man muss seinen Brüdern und Schwestern helfen

„Sie sind unsere Brüder und Schwestern. Sie kamen wegen des Krieges und sie haben nichts, kein Essen, keine Kleidung, kein Kochgeschirr und keinen Platz zum Schlafen. Wir geben soviel wie wir können, aber fehlende Lebensmittel sind das größte Problem. Einige sagen, sie sollen doch in die Camps gehen. Aber wir können sie hier versorgen. Das Einzige, was wir dringend brauchen, sind Lebensmittel“, meint Mata.

Das Schulgebäude in Gblarlay wird inzwischen für die Unterbringung der Flüchtlinge genutzt. Die meisten Neuankömmlinge werden dort untergebracht, aber die örtlichen Koordinatoren sind immer noch darauf angewiesen, dass die Dorfbewohner ihre Häuser zur Verfügung stellen, um allen Unterkunft anbieten zu können.