Erklärung internationaler Organisationen zur Lage in Somalia

Heute erklärten 40 internationale und nationale Nicht-Regierungsorganisationen (NGO), darunter CARE International:

„Eine humanitäre Katastrophe in Süd-Zentral Somalia zeichnet sich ab. Zehntausende Menschen sind derzeit in Mogadishu auf der Flucht vor Gewalt, zusätzlich zu den bis zu 335.000 Menschen, die bereits sofortige lebensrettende Hilfe in Mogadishu und den Shabelle-Regionen benötigen“

“Internationale und nationale NGOs können nicht wirksam auf die Krise reagieren, da der sich der Zugang und die Sicherheit dramatisch verschlechtern, zu einer Zeit, in der es immer notwendiger wird, zu helfen.“

„Die internationale Gemeinschaft und alle Teilhabenden am derzeitigen Konflikt stehen in der Verantwortung Zivilisten zu schützen, die Auslieferung von Hilfsgütern zu ermöglichen sowie den humanitären Raum und die Sicherheit der Helfer zu respektieren.“
Hintergrundinformation:

Heute hoben 40 internationale und nationale humanitäre Agenturen, die in Somalia arbeiten, die dramatische Verschlechterung der humanitären Lage in Süd-Zentral Somalia hervor und fordern diejenigen auf, die in der Verantwortung stehen Zivilisten zu beschützen, jetzt zu handeln, um Leben zu retten.

Eine dramatische Steigerung der Flüchtlinge aus Mogadishu ist in den letzten Tagen aufgetreten. Dies verdeutlicht die existierende humanitäre Krise, in der 1,5 Millionen Menschen in Somalia humanitäre Unterstützung benötigen.

Eingeschränkter Zugang und verschlechternde Sicherheit lassen den internationalen und nationalen NGOs wenig Raum, in dem sie in Somalia agieren können. Angesichts der Sicherheitszustände und der Zugangshemmnisse ist es unmöglich, genauere Zahlen des Ausmaßes der Krise zu erhalten. Alle Indikatoren deuten jedoch auf eine Verschlechterung der bereits schrecklichen humanitären Lage hin.

Mehr als 400.000 Menschen flüchteten dieses Jahr bereits vor Gewalt und Unsicherheit aus Mogadishu. Nach einer Kampfpause haben Kämpfe zwischen den TFG/Äthiopischen Truppen und den Anti-Regierungs-Truppen die Gewalt neu entfacht und eine weitere Massenflucht aus der Stadt ausgelöst. Anhaltende Gewalt und Unsicherheit setzen die Erschwerung der bereits schrecklichen, humanitären Krise des Landes, fort.

In den letzten Tagen flohen Zehntausende Menschen vor der erneuten Gewalt in Mogadishu. Sie sind in Gebiete geflohen, die bereits von tausenden intern Vertriebenen überschwemmt wurden. Sie suchten Schutz bei Gastgemeinschaften, dessen zu bewältigende Kapazitäten bereits am Limit sind oder in Gebiete, in denen geringer oder kein Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen besteht.

Die sich ergebende humanitäre Katastrophe wurde dadurch hergestellt, dass internationale und nationale NGOs nicht in wirksamer Weise auf die Krise reagieren können. Dies liegt daran, da der sich Zugang und die Sicherheit dramatisch verschlechtern, während die Notwendigkeit und die Bedürfnisse steigen.

Internationale und nationale NGOs kämpfen dafür, Unterstützung durch somalische Partner in die Ansiedlungsgebiete der intern Vertriebenen zu liefern, aber werden durch hohe Unsicherheit und andere Hindernisse (zum Beispiel: Bedrohung, Einschüchterung, Straßenrandbomben und Landminen, Kontrollpunkte verzögern den Zugang extrem, Preise für Durchgang steigen) davon abgehalten.

Die internationale Gemeinschaft und alle Teilhabenden am derzeitigen Konflikt stehen in der Verantwortung Zivilisten zu schützen, die Auslieferung von Hilfe/Hilfsgütern zu ermöglichen sowie den humanitären Raum und die Sicherheit der humanitären Helfer zu respektieren.
Die oben angeführte Äußerung wurde von den unten genannten Agenturen unterschrieben:

Advancement for Small Enterprise Programmes (ASEP)
Adventist Development Relief Agency (ADRA)
Africa Rescue Committee (AFREC)
Agency for Technical Cooperation & Development (ACTED)
CAFOD
CARE
Caritas Somalia
Centre for Peace and Democracy (CPD)
Concern Worldwide
Cooperazione Internazionale (COOPI)
Coordinating Committee of the Organisation for Voluntary Service (COSV)
Danish Refugee Council (DRC)
Diahonia Emergency Aid
Diahonia Sweden
Family Economic Recovery Organisation (FERO)
Gedo Health Consortium (GHC)
HARDO Relief and Development Organisation
Horn Relief
International Aid Services (IAS)
International Committee for the Development of People (CISP)
International Medical Corps (IMC)
Interpeace
Islamic Relief
MDM France
Mercy Corps
Merlin
Norwegian Refugee Council (NRC)
Oxfam GB
Oxfam Novib
SAACID Australia
Saferworld
Save the Children UK
Solidarite
SOS KINDERDORF
Swedish Alliance Welfare Association (SAWA)
Trocaire
VETAID
Veterinaries Sans Frontieres Suisse (VSF Suisse)
Welthungerhilfe/German Agro Action (DWWHH/GAA)
World Vision International