Familienplanung für gesunde Mütter

CARE nimmt am Londoner Gipfel zur Familienplanung teil / Weltweit sollen zusätzliche 120 Millionen Frauen Zugang zu Verhütungsmitteln erhalten

Noch immer haben geschätzte 215 Millionen Frauen und Mädchen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln und jährlich sterben an die 300.000 Frauen an Komplikationen rund um eine - oftmals ungeplante - Schwangerschaft. Eine internationale Konferenz, die auf Einladung der britischen Regierung und der Bill & Melinda Gates Stiftung am 11. Juli in London stattfindet, soll das ändern: Geplant ist eine bahnbrechende neue Initiative, um sicherzustellen, dass bis zum Jahr 2020 zusätzliche 120 Millionen Frauen und Mädchen in den 69 ärmsten Ländern der Welt Zugang zu freiwilliger Familienplanung erhalten.

CARE führt derzeit in mehr als 30 Ländern Projekte im Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit durch und nimmt mit einem Expertenteam an der Konferenz teil. Der Zugang zu Verhütungsmitteln ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch eine wichtige Strategie zur Armutsbekämpfung.

Wenn Frauen den Zeitpunkt und die Anzahl ihrer Schwangerschaften nicht entscheiden können, sinken ihre Chancen auf Bildung und berufliche Möglichkeiten dramatisch. Mutterschaft kostet Mädchen und Frauen in den Entwicklungsländern aber häufig nicht nur ihre berufliche Zukunft, sie ist für sie aufgrund mangelnder Gesundheitsvorsorge und zu kurzer Abstände zwischen den Schwangerschaften zu häufig ein Todesurteil. Aber nicht nur das Leben der Mütter ist bei zu frühen und zu nah beieinander liegenden Schwangerschaften in Gefahr, sondern auch das der Kinder. Untersuchungen zeigen: Wenn Frauen die Möglichkeit haben, den Abstand zwischen zwei Schwangerschaften auf mindestens zwei Jahre auszudehnen, würde es um 13 Prozent weniger Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren geben.

<media 9352 _blank - "BILD, logo aa, logo_aa.gif, 1.9 KB"></media>CARE appelliert an die internationale Gebergemeinschaft, ihre finanziellen und politischen Verpflichtungen im Bereich Familienplanung massiv zu erhöhen. Die Hilfsorganisation gibt den VerhandlungspartnerInnen in einem neuen Bericht „Women's Lives, Women's Voices“ aber auch zahlreiche weitere Empfehlungen mit auf den Weg. So müssten Frauen bzw. lokale Gemeinschaften substanziell bei der Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung von Maßnahmen im Bereich Familienplanung beteiligt werden. Im Zusammenhang mit Krisensituationen sollte dem Thema reproduktive Gesundheit viel mehr Aufmerksamkeit zukommen – diese Forderung richtet sich durchaus auch an die Hilfsorganisationen selbst.

Mit der Kampagne "Lebensband" ruft CARE Deutschland-Luxemburg seit 2011 zu mehr Einsatz gegen Müttersterblichkeit auf. Geben auch Sie Ihre Stimme für gesunde Mütter und gesunde Familien!