Farak auf der Flucht

Zehntausende syrische Flüchtlinge leben mittlerweile in Jordanien. Farak ist eine von ihnen.

Immer noch fliehen vor der weiterhin katastrophalen Lage in Syrien zehntausende Menschen nach Jordanien, das Hilfswerk der Vereinten Nationen registrierte bereits über 50.000 Flüchtlinge.Einer dieser Menschen ist Farak. Zusammen mit ihren fünf Kindern, ihrer Mutter und ihrem Cousin ist sie aus Syrien geflohen. Sie alle leben nun zusammen in einer Wohnung in Mafraq, im Osten Jordaniens. "Als ich mit meiner Familie geflohen bin, hatte ich keine Ahnung wo mein Mann ist. Aber wir mussten trotzdem weg", berichtet sie. Einige Zeit später zeigte ihr Cousin den Mitschnitt einer Nachrichtensendung aus dem Fernsehen. Darauf ist eine Beerdigung zu sehen, hunderte Menschen geben den Toten ihr letztes Geleit. Einer der Verstorbenen, im Video deutlich zu erkennen, ist Faraks  Ehemann. Eine traumatische Erfahrung.Als ihre kleine Tochter Salsabeel davon erfuhr, erlitt sie einen so großenSchock, dass ihr auf einer münzgroßen Stelle am Kopf alle Haare ausfielen. "Veröffentlichen sie bitte nicht meinen echten Namen oder woher ich komme", betont Farak. Sie hat Angst vor denen, die auch ihren Mann getötet haben. Wenn sie eines Tages wieder nach Syrien zurückkehren kann, möchte sie nicht erkannt werden. Die Wohnung, in der sie und ihre Familie jetzt leben, ist höchstens 50 Quadratmeter groß. Das Wohnzimmer ist bis auf einige Schaumstoffmatratzen an der Wand leer und in der Küche gibt es nur einen Gasherd und einen kleinen Kühlschrank. "Immerhin haben wir eine sichere Unterkunft und müssen nicht mehr Hunger leiden. Ohne die Unterstützung von CARE hätten wir in den ersten Wochen gar nicht über die Runden kommen können."
Farak bittet Thomas Schwarz von CARE, ihre Geschichte zu erzählen: "Sagen Sie den Menschen in ihrem Land 'Danke' für ihre Hilfe."

CARE wird auch weiterhin vor Ort sein und die Flüchtlinge mit einer Starthilfe und Beratung umfangreich unterstützen - wie lange das noch nötig sein wird, ist nicht genau abzusehen.
Farak schätzt, dass der Konflikt noch mindestens zwei Jahre dauern wird. Ihre kleine Tochter Salsabeel , noch unter Schock, will so lange nicht warten.
Auf die Frage, was sie den ganzen Tag mache, antwortet sie:
"Nichts. Ich warte, bis Frieden ist und dann gehe ich nach Hause und sehe meinen Vater wieder."