Flüchtlinge in Deutschland: Bildung fördert Integration

CARE unterstützt sieben Flüchtlingsinitiativen in Deutschland.

Eine Million Flüchtlinge erwartet die Bundesregierung bis Ende dieses Jahres. Eine Zahl, die Bund, Länder und Kommunen vor große Herausforderungen stellt: ankommende Flüchtlinge müssen schnell registriert, untergebracht und verpflegt werden. Zusätzlich müssen gleich von Anfang an Perspektiven für Flüchtlinge geschaffen werden. Integration, Bildung und Arbeit spielen dabei eine wesentliche Rolle.

In der Region Bonn-Rhein-Sieg und Köln sowie Dresden unterstützt CARE Deutschland Luxemburg e.V. sieben Flüchtlingsinitiativen mit finanziellen Mitteln. Eingesetzt wird das Geld insbesondere in den Bereichen Koordination von Ehrenamtlichen, Sprachunterricht und –Paten, Integrationslotsen oder auch Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche.

Mehrere Tausend Kinder und Jugendliche sind ohne Begleitung nach Deutschland geflohen. Im Jahr 2014 wurden die meisten Asylanträge von Menschen gestellt, die das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Die Bonner Flüchtlingsinitiative Ausbildung statt Abschiebung, kurz AsA e.V., gibt unbegleiteten Jugendlichen eine Zukunft. „Perspektiven sind das A und O für jeden Menschen und gute Bildung ist hierbei die Basis“, erläutert die Leiterin der AsA-Geschäftsstelle, Carmen Martínez Valdés, ihre Motivation. Die meisten jungen Flüchtlinge konnten in der Vergangenheit in die Integrationsklassen der umliegenden Berufsschulen verteilt werden. Doch in diesem Jahr sind die Klassen überfüllt und die Jugendlichen über 18 Jahre, die in Deutschland nicht mehr unter die Schulpflicht fallen, haben keine Chance auf einen Schulplatz. „In ihren Unterkünften haben sie oftmals keine Möglichkeit ihr Deutsch zu verbessern. Sie haben keinen Kontakt zu deutschen Nachbarn und sind selten in Sportvereine integriert“, beschreibt Valdés die Situation. Ihre Initiative bietet Jugendlichen, die keinen regulären Schulplatz erhalten haben, Intensivsprachkurse an.

Dreimal wöchentlich werden die überwiegend jungen Männer von Babette Loewen drei Stunden lang unterrichtet. Die engagierte Lehrerin, die ursprünglich in der Entwicklungszusammenarbeit tätig war und Anfang dieses Jahres eine Weiterbildung zur Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache beim Goethe-Institut absolviert hat, arbeitet seit Februar für AsA. Durch die finanzielle Unterstützung von CARE kann sie seit sechs Wochen den Intensivkurs leiten. „In der Vergangenheit mussten viele Sprachkurse wegen fehlender Finanzierung gekürzt oder ganz geschlossen werden. Daher freue ich mich nun umso mehr, dass wir Jugendlichen in der Region diesen Kurs ermöglichen können“, so Loewen.

Doch die Möglichkeiten des kleinen Bonner Vereins sind begrenzt: im Moment unterstützt Carmen Martínez Valdés mit ihren beiden Mitarbeitern 190 Jugendliche und koordiniert 70 Ehrenamtliche. „Die Finanzierung unserer Projekte ist sehr schwierig. Die meisten öffentlichen Gelder fließen in Unterbringung und Verpflegung, was natürlich auch die größte Not ist“, so die diplomierte Sozialarbeiterin. „Das ist jedoch sehr kurzsichtig gedacht und den Flüchtlingen wird wenig Perspektive geboten. Das muss sich in Zukunft ändern.“