Fluten in Benin: Eine Geschichte über das Leben in Karidi

Im Dorf Karidi im Nordosten Benins lebt der 25-jährige Bauer und Fischer Hassan Ibrahim. Er hat eine Frau und drei Kinder. Hassan lebt in einer Region, die in der Regenzeit oft überflutet und in der Trockenzeit ausgedörrt ist.

Die Hütten in dieser Gegend sind aus Zweigen oder Lehm gebaut, die Dächer sind aus Stroh. Die Einwohner verdienen ihren Lebensunterhalt hier mit Fischerei, Landwirtschaft und manchmal auch mit kleinen Geschäften, die von den Frauen betrieben werden. Außerdem züchten sie Tiere wie Hühner und Ziegen. So können sie ihr Überleben auch sichern, wenn die Ernte schlecht ausfällt. Die Region ist sehr ländlich,  die Infrastruktur schlecht. – In Karidi gibt es keinen elektrischen Strom, keine Latrinen und kein sauberes Trinkwasser. Die nächsten Ärzte sind kilometerweit entfernt. Als Ersatz für Toilette und Dusche wird der Fluss genutzt – gleichzeitig dient er aber auch als Quelle für Trinkwasser.

Er wollte seine Hütte retten - und verlor einen Finger

Die starken Überflutungen zerstörten die Hütten der Menschen, Nahrungsvorräte, Felder, rissen Vieh mit in den Tod und das Hab und Gut der Bewohner Karidis fort. Auch Hassan Ibrahims Hütte lief vor einigen Wochen mit Wasser voll. Deshalb wollte er sich selbst einen Damm zum Schutz bauen. Während er den Sand für den Damm aushob, spürte er plötzlich einen starken Schmerz an seiner Hand: Ein scharfer Gegenstand, der zuvor  dort vergraben worden war, schnitt ihm den kleinen Finger der rechten Hand ab.
Ins Krankenhaus konnte er nicht fahren: All sein Besitz war vom Wasser weggeschwemmt worden. Er wandte eine traditionelle Behandlung mit Blättern an, doch sein Finger heilte nicht. Er hatte so große Schmerzen, dass er nicht mehr arbeiten und seine Kinder ernähren konnte.

Sobald das Wasser zurückgeht möchte er wieder arbeiten

Seitdem lebt er von der Unterstützung von CARE. Bereits 2010 hat CARE Benin zusammen mit lokalen Partnern Nothilfe geleistet und 150.000 Menschen mit sauberem Wasser, Hygieneartikeln, Nahrung und Unterkünften geholfen. Auch in diesem Jahr unterstützt CARE tausenden Menschen dabei, sich mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen. Für Hassan ist die Unterstützung von CARE aber nur eine kurzfristige Lösung. Er wünscht sich, wieder gesund zu werden und einen Mikrokredit zu erhalten, um wieder auf dem Feld zu arbeiten, sobald das Wasser zurückgeht.