Gefährliche Trias: Migration, Klimawandel und Nahrungsunsicherheit

Studie von CARE und UN-Universität: Klimawandel ist Hauptursache von Migration / Acht Länder auf Regenfall-„Patterns“ und Migration untersucht

Veränderungen von Niederschlag und zunehmende Nahrungsmittelunsicherheit sind maßgebliche Gründe für Migration. Das ergab eine von CARE und (dem Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit) der Universität der Vereinten Nationen verfasste Studie „Where the Rain Falls“, die am Mittwoch anlässlich des 18. Weltklimagipfels in Doha vorgestellt wurde. „Bewohner ländlicher Gebiete erleben den Klimawandel vor allem durch unregelmäßigen Niederschlag, durch extreme Dürren und Fluten. Wann, wie lange und wie stark es regnet hat sich verändert und ist kaum mehr vorhersehbar. Die Entscheidung, die Heimat zu verlassen und woanders eine Existenzgrundlage zu finden, ist für viele Menschen der einzige Weg, um zu überleben“, so Dr. Koko Warner, wissenschaftliche Leiterin des „Where The Rain Falls“-Projekts.

Laut der von der AXA-Gruppe der John D. und Catherine T. MacArthur Stiftung finanzierten Studie ist besonders dort, wo die Menschen von der Landwirtschaft leben und es keine alternativen Einkommensmöglichkeiten gibt, Migration die einzige Lösung.  Vor allem Mitglieder von Familien, die kein eigenes Land besitzen, wandern in den Hungermonaten in andere Gebiete ab, um ihre Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Migration ist damit in den acht untersuchten Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika eine der wichtigsten Strategien, um auf die Risiken von Nahrungsmittelunsicherheit aufgrund von Auswirkungen des Klimawandels zu reagieren. In Gebieten, in denen Nahrungsmittelunsicherheit und unvorhersehbare Regenfälle vorherrschen, wird aus der zeitlich und saisonal begrenzten Migration häufig ein Dauerzustand.

Die Studie zeigt am Beispiel Tansanias, dass sich die Zahl der aufgrund von extremen Dürreperioden abwandernden Menschen in den nächsten 25 Jahren verdoppeln könnte, wenn nicht sofort gehandelt wird. „Migration ist der letzte Ausweg, wenn die Ernten durch die Auswirkungen des Klimawandels zerstört werden und Menschen Hunger leiden müssen. Wir brauchen dringend bessere gesetzliche Regelungen und Lösungen für die Praxis“, merkt der Generalsekretär von CARE Deutschland-Luxemburg, Karl-Otto Zentel an.

Das Verständnis, wie Klimawandel und Migration zusammenhängen und einander bedingen, ist dabei zentral. „Nur so können die richtigen Strategien und gesetzlichen Regelungen gefunden werden. An erster Stelle muss hierbei stehen, die betroffenen Gemeinden in ihrer Belastbarkeit zu stärken und vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Wenn nationale und internationale Entscheidungsträger untätig bleiben, wird die Anzahl der Menschen, die aus vom Klimawandel betroffenen Gebieten abwandern, in den nächsten Jahren enorm ansteigen. Die negativen Folgen für die Menschen, Politik und Sicherheit können dabei nicht überschätzt werden“, so Zentel von CARE.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf erhobenen Daten in über 1.300 Haushalten und teilnehmenden Gemeinden mit rund 2.000 Menschen, die im hohen Maße von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Auf ihrer Grundlage werden zwischen 2013 und 2014 besonders gefährdete Familien durch gemeindeorientierte Anpassungsstrategien in Indien, Peru, Tansania und Thailand unterstützt.

- Lesen Sie hier die Studie.

- Mehr Informationen zur Studie und zum Projekt unter www.wheretherainfalls.org.