Gefahr sexueller Gewalt gegen ivorische Flüchtlinge in Liberia

Zahl der Flüchtlinge könnte bis Juni auf 500.000 steigen

Seit Ende Februar steigt die Zahl der Flüchtlinge aus der Elfenbeinküste in Liberia rasant an. Nach Schätzungen des UN Flüchtlingswerks (UNHCR) sind bereits bis zu 90.000 Menschen aus der Elfenbeinküste nach Liberia geflohen. Bis Ende Juni könnte sich diese Zahl jedoch auf bis zu 500.000 erhöhen. Der Großteil der registrierten Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Vor allem für Frauen, die alleine mit ihren Kindern geflohen sind, steigt laut CARE Liberia die Gefahr von sexueller Gewalt und Ausbeutung.  Nach Angaben von UNICEF sind bis März bereits 62 Fälle sexueller Gewalt gemeldet worden – die Hälfte der Opfer waren Kinder. CARE Liberia ruft daher dringend dazu auf, sexueller Gewalt vorzubeugen und Hilfe für Opfer bereitzustellen.

 

Sexueller Gewalt muss von Beginn an vorgebeugt werden

„Internationale Hilfsorganisationen haben seit langer Zeit erkannt, dass Maßnahmen zur Prävention sexueller Gewalt nötig sind. Aber wir müssen weiter daran arbeiten, dass solche Maßnahmen Bestandteil allererster Hilfsaktionen sind“, so Hubert Charles, Länderdirektor von CARE Liberia. CARE hat als eine der ersten Hilfsorganisationen Nothilfe geleistet und etwa Hygieneartikel an 9.000 Flüchtlinge verteilt.

CARE arbeitet aktiv daran, sexueller Gewalt vorzubeugen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Verteilungen von Nothilfeartikeln morgens stattfinden, damit die Frauen ihre Unterkünfte vor Einbruch der Dunkelheit erreichen oder dass sanitäre Anlagen gut beleuchtet sind. Außerdem werden Opfer sexueller Gewalt durch Plakate und Broschüren informiert, wo sie psychosoziale und gesundheitliche Hilfe bekommen können. Des Weiteren berät sich CARE mit den Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen, wie auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen eingegangen und sexuelle Ausbeutung für Essen oder sauberes Trinkwasser vermieden werden kann.