Gefechte um Grenzregionen: Zehntausende Familien im Sudan auf der Flucht

CARE unterstützt Familien, junge Frauen und Mütter im Südsudan und ruft zum Schutz der Zivilbevölkerung auf

Drei Wochen vor der Unabhängigkeit des Südsudans am 9. Juli 2011 verstärken sich die Gefechte um die Grenzregionen. Zehntausende Familien sind vor Luftangriffen, Schießereien und Feuergefechten in den Staaten Abyei und Südkordofan im Norden Sudans auf der Flucht. Laut UN-Berichten haben mehr als 174.000 Menschen ihr Zuhause verlassen, um vor den Gewaltausschreitungen zwischen der Regierung und den Einheiten der Sudan People`s Liberation Army (SPLA) zu fliehen.

CARE unterstützt in den Südsudan geflüchtete Familien und ruft zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Vor allem Frauen und Mädchen sind gefährdet, Opfer sexueller oder physischer Gewalt zu werden. Viele teils schwangere Frauen mussten tagelange Fußmärsche hinter sich bringen. CARE verteilt Geburts- und Neugeborenenpakete in einer Gesundheitsstation in Panyang nahe der Grenze zu Südkordofan und sichert die medizinische Grundversorgung.

CARE verteilt Hygieneartikel an Familien in Unity State
Um den Ausbruch von durch Wasser übertragbare Krankheiten zu verhindern, verteilt CARE mit Partnerorganisationen Seife und Aufbewahrungsbehälter für sauberes Wasser an Familien, die in Unity State Zuflucht gefunden haben. CARE arbeitet eng mit UNICEF zusammen und plant weitere Unterstützung, um die wachsende Nachfrage decken zu können.

Die humanitäre Versorgung der Flüchtlinge gestaltet sich aufgrund von Gefechten und Straßenblockaden allerdings schwierig. Viele Familien kommen bei Gastfamilien unter oder verstecken sich in den Nuba-Bergen, wo es keinerlei Zugang zu sauberem Wasser und Nahrungsmitteln gibt.

Für die nächste Ernte müssen die Felder bepflanzt werden
Die Situation wird dadurch verschärft, dass die nächste Erntezeit erst im Oktober oder November zu erwarten ist. CARE-Mitarbeiter im Sudan warnen vor einer Hungerkrise, wenn es Familien nicht bald möglich ist, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren und ihre Felder zu bepflanzen.

CARE arbeitet seit 1979 im Sudan. Im Süden führt CARE mehrere Projekte in den Bereichen Wasser- und Sanitärversorgung, Friedensförderung und Gesundheit durch. Außerdem hat CARE nach dem Unabhängigkeitsreferendum die Rückkehrer in den Südsudan unterstützt.
Die Menschen im Nordsudan, wo CARE durch CARE International Switzerland vertreten ist, werden Aktivitäten im Wasser- und Sanitärbereich, Hygienemaßnahmen, medizinische Grundversorgung und die Verteilung von Nahrungsmitteln durchgeführt.