Geschlagen, aber nicht gebrochen

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen: Nein zu Vergewaltigung, Zwangsbeschneidung und häuslicher Gewalt

Afghanistan: “Mein Ehemann starb kurz nach der Hochzeit. Deshalb lebte ich bei seinem Bruder, der sehr gewalttätig war. Er schlug meine zwei Töchter und mich und wollte mich dazu zwingen, ihn zu heiraten. Aber ich weigerte mich, denn ich weiß, dass auch eine Witwe Rechte hat!“ (Maria, Witwe aus Kabul)

Demokratische Republik Kongo: „Die Mai Mai Milizen kamen in unser Dorf und drangen in das Haus ein. Vier Männer warfen mich auf den Boden und vergewaltigten mich mehrere Male. Sie töteten meinen Schwiegersohn und vergewaltigten meine Kinder. Dann nahmen sie meine Tochter mit. Zwei Jahre lang war sie verschwunden, und als sie wiederkehrte, war sie Mutter von zwei Kindern. Wir versuchen jetzt, die Scherben aufzulesen. Ich wünsche mir ein Haus, eine Kuh und eine Schulausbildung für meine Kinder und Enkelkinder. Ist das zu viel verlangt?“ (Marie-Claire Malonga, Alunguli)

Sambia: „Er hat mich verprügelt. Er hat gedacht, ich würde ihn betrügen und dann hat er zugeschlagen. Ich sah ihn mit der Pistole auf mich zu kommen und konnte nur noch schreien. Ich schrie und rannte.“ (Gladys, Mutter aus Lusaka)
 
Drei Frauen, ein Schicksal. Am 25. November ist Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen. Es ist eine stille Tragödie, die sich jeden Tag hinter verschlossenen Türen abspielt: Häusliche Gewalt gegen Frauen ist in weiten Teilen der Welt trauriger Alltag. Und es ist eine laute, himmelschreiende Ungerechtigkeit im Krieg: Frauen werden systematisch missbraucht und verletzt – Vergewaltigung ist eine Kriegswaffe, die ganze Gemeinden zerstört. In einer Provinz im Ostkongo wurden auf dem Höhepunkt der Gewalt im Herbst 2008 beinahe 40 Frauen am Tag vergewaltigt. Und die Dunkelziffer ist noch viel höher. Auch Zwangsbeschneidung ist Gewalt. Und bedeutet für die betroffenen Frauen ein Leben mit andauernden Schmerzen. Wer eine Frau misshandelt hat, muss keine Strafe fürchten. Dafür werden die Betroffenen oft von der Familie und der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Pflege und Vorbeugung
CARE unterstützt einerseits misshandelte Frauen und versucht andererseits, sexueller Gewalt frühzeitig vorzubeugen. Frauenhäuser, zum Beispiel in Kambodscha oder Sambia, bieten medizinische und psychologische Betreuung. Gleichzeitig kämpft CARE dafür, dass Frauen gar nicht erst zu Opfern werden – durch Aufklärung, Vorbeugung und Unterstützung von Aktivisten. Im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia arbeitet CARE mit Frauengruppen, um über häusliche Gewalt und Zwangsbeschneidung aufzuklären. So wissen Frauen besser über ihre Rechte Bescheid und können sich schützen.

Millionen von Frauen leiden an sexueller Gewalt. CARE hofft mit ihnen, dass diese Menschenrechtsverletzung weltweit effektiv bekämpft wird. Und der 25. November in naher Zukunft zu einem Feiertag ohne Gewalt gemacht werden kann.

 

So können Sie helfen: Online spenden für Projekte gegen sexuelle Gewalt

 

Hintergrund: Sexuelle Gewalt gegen Frauen
Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2008 die Resolution 1820 verabschiedet, die Gewalt gegen Frauen als Kriegswaffe verurteilt und Mitgliedsstaaten zum Handeln aufruft. CARE fordert, dass die Resolution 1820 keine stumpfe Waffe bleibt, sondern überall dort umgesetzt wird, wo Gewalt gegen Frauen an der Tagesordnung steht. Empfehlungen zur besseren Koordination, Vorsorge und Datensammlung finden sich in dem Bericht „Vergewaltigung als Kriegswaffe“. Im September wurde Resolution 1888 verabschiedet, die eine bessere Koordinierung im Kampf gegen sexuelle Gewalt vorsieht.