Gesundheitsvorsorge für Frauen muss ausgeweitet werden

CARE fordert eine Ausweitung der medizinischen und psychosozialen Versorgung von Frauen und Mädchen in Krisenregionen.

Weiterhin sterben und erkranken Frauen und Mädchen in vielen Teilen der Welt, weil sie keinen oder mangelnden Zugang zu reproduktiver Gesundheitsvorsorge haben. Dies zeigt eine Studie der Inter-Agency Working Group (IAWG) der Weltgesundheitsorganisation, bei der auch CARE Mitglied ist. Insbesondere in Krisengebieten sind die Konsequenzen unzureichender sexueller und reproduktiver Gesundheitsvorsorge lebensgefährlich. Dabei wären 60 Prozent der Todesfälle bei Müttern vermeidbar. „Wir müssen die ernüchternden Ergebnisse der Studie als Chance auffassen und die weltweiten Bemühungen für einen besseren Zugang zu reproduktiver Gesundheitsvorsorge für Frauen und Mädchen ausweiten“, so Barbara Jackson, humanitäre Direktorin von CARE International.

Bei der Geburtshilfe, der Familienplanung und der Versorgung von Neugeborenen werden bislang eher kostengünstige Maßnahmen angewendet. Längerfristige Möglichkeiten, das Leben vor allem von Frauen und Kindern zu retten, werden vernachlässigt. Zudem ist es für viele Mädchen und Frauen in Krisengebieten schwierig, nach einer Abtreibung dringend benötigte medizinische Nachsorge zu erhalten. Nur in der Hälfte aller untersuchten Gesundheitseinrichtungen waren nachträgliche Verhütungsmethoden für Betroffene von gewalttätigen, sexuellen Übergriffen  verfügbar und auch ihre klinische Betreuung war oftmals mangelhaft.

Die Finanzierung der reproduktiven Gesundheitsvorsorge muss kontinuierlich, zweckbestimmt und planbar sein, um so nicht nur eine langfristige Familienplanung, Geburtshilfe und Versorgung Neugeborener zu gewährleisten sondern auch eine klinische und psychosoziale Betreuung nach Vergewaltigungen. Hierbei sollen regionale Akteure wie Gesundheitsministerien und Ämter für Krisenmanagement, nationale und lokale Organisationen, die Mitarbeiter des Gesundheitssektors sowie die Gemeinden selbst bei der  Umsetzung humanitärer reproduktiver Gesundheitsvorsorge unterstützt werden. „Wir sehen der Zusammenarbeit mit all unseren Kollegen der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit entgegen um diese Lücke so schnell wie möglich zu schließen“, schließt Jackson die Ergebnisse der Studie ab.

Die Inter-Agency Working Group (IAWG) wurde 1995 als Netzwerk aus 450 Organisationen und mit über 1.800 Mitarbeitern mit dem Ziel gegründet, den Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung in von Konflikten und Naturkatastrophen betroffenen Gebieten auszuweiten und zu stärken.