Gewinnerin des WE CARE Schulwettbewerbs: "Schreiben ist meine Berufung"

CARE-Interview mit Denise Schlichting, Drehbuchautorin von "Die Geister von Madagaskar".

 

Die 17-jährige Denise Schlichting hat  zusammen mit zehn weiteren Mädchen des Eckhorst-Gymnasiums in Bargteheide den Filmwettbewerb zur WE CARE. Schulaktion Klimawandel gewonnen. Kreativ ist sie schon lange: Die Schülerin hat bereits über 40 Romane, Sketche und Drehbücher geschrieben. Vor einem  Jahr erschien ihr erster Roman „Das Hexenquartett. Von Leben und Tod“ im Papierfresserchens MTM-Verlag. Nach dem Abitur möchte sie am liebsten Film studieren und Regisseurin werden. CARE sprach mit ihr über den Gewinnerfilm „Die Geister von Madagaskar“ und  ihr Engagement für CARE.

Wie bist Du dazu gekommen, bei der WE CARE. Schulaktion Klimawandel mitzumachen?

Unser Lehrer hat uns einen Flyer über den Wettbewerb von CARE mit in den Unterricht gebracht und uns gefragt, ob wir nicht Lust hätten, mitzumachen. Seit ich 13 bin, schreibe ich Drehbücher, Romane und Sketche und hatte Lust, mich kreativ mit dem Thema Klimawandel auseinanderzusetzen. Am Anfang war es nicht ganz einfach, andere Mitschüler zum Mitmachen zu motivieren – aber am Ende haben wir eine Truppe von elf Mädchen zusammenbekommen.

Wie seid Ihr auf die Idee für Euren Film gekommen?

In der Schule haben wir in den vergangenen Jahren viel zum Thema Klimawandel gelernt, auch mit Aktionen wie „Mach das Licht aus“. Manchmal ist das allerdings sehr abstrakt und nicht wirklich einfach zu verstehen. Wir wollten also einen Film machen, der das Thema anderen Jugendlichen anschaulich erklärt und näherbringt. Ich habe mich also erstmal im Internet über CARE, Klimawandel und Madagaskar informiert. Dabei bin ich auf die Legende der Lemuren gestoßen, die besagt, dass alle Menschen in Madagaskar als Lemuren wiedergeboren werden. Aber die Wälder in Madagaskar werden trotzdem abgeholzt und den Lemuren somit ihr Lebensraum genommen. Das ist nicht nur schlecht fürs Klima, sondern ja eigentlich auch für die Menschen, wenn sie als Lemur wiedergeboren werden! Unseren Mitschülern wollten wir damit auch zeigen, dass es in Deutschland in ein paar Jahrzehnten ähnlich aussehen kann, wenn wir nichts tun, und dass der Klimawandel uns alle betrifft.

Sehen Sie das Video die  "Geister von Madagaskar".

Wie lief der Dreh für „Die Geister von Madagaskar“ ab?

Alles in allem hat die Fertigstellung des Filmes neun Monate gedauert. Ich habe zu allererst das Drehbuch geschrieben, dann hat sich jeder von uns elf Mädchen eine Rolle ausgesucht. Wir haben das Drehbuch durchgesprochen, ob alle alles verstanden haben. Jeder hat dann seinen Text für den Dreh auswendig gelernt. 

Unser Film spielt in allen vier Jahreszeiten, um den Kreislauf der Lemuren zu zeigen. Deswegen brauchten wir jeweils Filmaufnahmen im Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Aus den Pannen habe ich am Schluss auch einen kleinen Film gemacht – das ist wichtig, dass wir uns alle nicht zu ernst nehmen und den Spaß an der Sache nicht verlieren.

Während der neun Monate haben wir auch immer wieder zu verschiedenen Anlässen Spenden für die CARE-Projekte in Madagaskar gesammelt und gleichzeitig mit verschiedenen Aktionen und Plakaten erklärt, warum das Thema Klimawandel so wichtig ist. Für Februar plane ich jetzt einen Talentwettbewerb in der Schule – der Reinerlös dafür soll auch in die Projekte von CARE gehen.

Wie waren die Reaktionen der Mitschüler, Lehrer und Eltern?

Am Anfang war es schwer, genügend Mitschüler zu mobilisieren, um bei dem Projekt mitzumachen, vor allem, weil wir das ja alles in unserer Freizeit machen mussten. Nach und nach konnten sich aber immer mehr für das Thema begeistern, als sie unseren fertigen Film gesehen haben. Die größte Bestätigung für uns war dann natürlich, dass wir den Wettbewerb gewonnen haben! 

Im Moment setzen wir ein neues filmisches Projekt um, das wir beim Schulwettbewerb des Bundespräsidenten einreichen wollen. Als Siegerinnen des CARE-Wettbewerbs haben wir ja einen Filmworkshop mit einem Filmexperten gewonnen. Das neue Wissen hilft uns dabei sehr. 

Mittlerweile brauchen wir uns auch keine Sorgen mehr darüber zu machen, ob genügend Schüler mitmachen. So  viele wurden durch den Erfolg von „Die Geister von Madagaskar“ motiviert. Auch bei den Spendenaktionen schließen sich immer mehr Mitschüler an. Es fühlt sich toll an, Gutes zu tun und auch zum Handeln aufzufordern. Gleichzeitig haben wir zusammen jede Menge Spaß. Die gemeinsamen Filmprojekte schweißen uns zusammen. 

Erfahren Sie mehr über die WE CARE. Schulaktionen.

Du hast schon mehr als 40 Bücher und Drehbücher geschrieben. Wann findest Du neben der Schule Zeit für das alles?

Für mich ist das Schreiben pure Entspannung. Ich schreibe, seit ich zwölf bin, mache Musik und spiele Theater. Zur Schule gehe ich noch etwas über zwei Jahre – aber das, was ich neben der Schule mache, möchte ich zu meinem Beruf, zu meiner Berufung für mein ganzes Leben machen. Zeit finde ich deswegen immer dafür, einfach, weil es mir so viel Spaß macht. Und die Veröffentlichung meines ersten Romans „Das Hexenquartett. Von Leben und Tod“ vor einem  Jahr war eine große Motivation für mich, weiterzumachen!