Haiti: 100 Tage Cholera

CARE verstärkt Hilfe in ländlichen Regionen

Auch 100 Tage nach dem Ausbruch der Cholera-Epidemie in Haiti ist die Sterberate immer noch hoch. Vor allem in ländlichen Regionen bleiben Zugang zu medizinischer Versorgung und Wissen um die bestmögliche Vorbeugung schwierig. Laut UN-Angaben ist die Sterberate in abgelegenen Gebieten daher weitaus höher als der für die Gesamtbevölkerung angegebene Durchschnitt von 2 Prozent. Insgesamt wurden vom haitianischen Gesundheitsministerium bisher 194,095 Cholerainfektionen und 3,889 Todesfälle gemeldet.

„Wir müssen aber davon ausgehen, dass die Zahlen sogar noch höher sind“, sagt Beat Rohr, Länderdirektor von CARE Haiti. „Wir dürfen keine Zeit verlieren. Wir müssen unsere Bemühungen weiter aufstocken, aber dafür brauchen wir mehr Mittel.“

CARE arbeitet seit dem Ausbruch der Cholera unter Hochdruck, um die Wasserversorgung und den Zugang zu sanitären Anlagen in den Camps zu sichern. Vor allem Hygiene- und Aufklärungskampagnen haben sich bisher ausgezahlt und zur Eindämmung der Cholera beigetragen.

„Wir dürfen uns aber auf keinen Fall auf unseren bisherigen Erfolgen ausruhen“, sagt Rohr. „Ganz im Gegenteil: Dass die Situation in den Camps in den Erdbebengebieten, in denen wir besonders aktiv sind, weitgehend stabil ist, zeigt uns, dass Aufklärungsmaßnahmen und Zugang zu sauberem Wasser der Schlüssel im Kampf gegen die Cholera sind.“ CARE plant daher, diese Maßnahmen in ländlichen Gebieten weiter zu verstärken.

CARE konnte bereits mehr als 420.000 Menschen mit Hygienemaßnahmen durch Freiwilligennetzwerke und verschiedene Aktionen erreichen. CARE-Mitarbeiter arbeiten weiter unter Hochdruck daran, sauberes Wasser und sanitäre Anlagen für 50.000 Menschen in den Erdbebengebieten bereitzustellen.