Haiti: Ein Fundament für die Hoffnung

Sechs Monate nach dem Erdbeben baut CARE Unterkünfte für die Betroffenen

Marie Gislaine Bartelus geht mit gekrümmtem Rücken. Denn sie trägt die Last vieler Jahre, geprägt von harten und entbehrungsreichen Zeiten, wie sie so viele Haitianer durchlebt haben. Doch sie hat Grund zur Freude: In wenigen Tagen wird Marie eine der 2.000 Übergangsunterkünfte zu beziehen, die CARE in den vom Erdbeben betroffenen Regionen Haitis baut. Dann wird sie endlich vor Sonne, Regen und den starken Winden und sintflutartigen Regenfällen geschützt sein, die während der Hurrikan-Saison aufkommen.

„Genau so eins möchte ich haben!“

Die 65-jährige Frau ist erleichtert, dass sie bald wieder ein festes Dach über dem Kopf hat. Selbst vor dem Erdbeben besaß sie nie ein fertig gebautes Haus. Daher ist die Übergangsunterkunft von CARE für Marie keine provisorische Lösung, sondern ein richtiges Zuhause: „Ich habe die Häuser gesehen, die CARE baut. Genau so eins möchte ich haben.“

Mit nüchternem Blick betrachtet die alte Frau ihr Leben, Selbstmitleid ist ihr fremd: „Wenn du Kinder hast, ist es die oberste Priorität, sie zur Schule zu schicken. Alles, was ich hatte, habe ich für dieses Ziel eingesetzt. Immer, wenn ich etwas Geld beiseite legen konnte, um an meinem Haus weiter zu bauen, habe ich dies getan. Aber das Wichtigste für mich war immer, dass meine Kinder lernen.“ Das war ihr Alltag vor dem Erdbeben am 12. Januar, das das Haus von Marie dem Erdboden gleichgemacht hat.

Mit Holz und Blech gegen Regen und Sturm

Seitdem lebt sie wie Tausende andere unter einem provisorisch gezimmerten Blechdach. Wie so viele andere ihrer Landsleute, sammelte sie Holzstücke und Eisenabfälle aus dem Schutthaufen und baute sich daraus eine Bleibe. Während die hastig gebauten Unterkünfte zwar vor neugierigen Blicken schützten, boten sie keinerlei Sicherheit gegen Wind und Wetter, schon gar nicht bei tropischen Stürmen.

Die Unterkünfte können schnell und mit wenigen Hilfskräften errichtet werden (Foto: CARE/Filion)CARE-Mitarbeiter erklären Marie, welches Haus nun bald ihr gehöre und dass sie es einrichten könne wie sie wolle. Das ist von nun an ihr wertvollstes Eigentum: 18 Quadratmeter aus einem Holzrahmen, Plastikplanen und einer Metalldecke. Ihr karger Besitz – ein altes Metallbett und ein paar Kleidungsstücke – werden hier Platz finden.

Endlich ein eigenes Zuhause

Doch Marie verlor durch das Erdbeben mehr als nur materielle Dinge. Lange fehlte ihr auch der Wille zu Weiterleben: „Seit dem Erdbeben im Januar fühle ich mich noch weit älter als ich eigentlich bin. In dem Haus werde ich zumindest dazu in der Lage sein, etwas Ruhe zu finden.“ All ihre Hoffnung für die Zukunft ist an das neue Haus gebunden. Sogar ein gewisser Stolz flackert in ihren Augen auf, wenn sie davon spricht, dass sie ihren Kindern etwas hinterlassen kann: „Später werden es meine Kinder besitzen. Dieses Haus ist mein Erbe.“

Auf den Hügeln Haitis hämmert der Schreiner das Holz für die neuen Unterkünfte zusammen. Für diese Tausenden Haitianer, die diese Unterkünfte als Symbol der Sicherheit sehen und für die sie ein Stück neuer Hoffnung bedeuten, für diese Menschen müssen wir noch schnell vorankommen.

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