Haiti: Nach dem Wirbelsturm „Sandy“ hilft CARE mit sauberem Trinkwasser

Während sich die Ostküste der USA gerade für das Eintreffen von „Sandy“ rüstet, kämpfen Familien auf Haiti mit den Folgen des Wirbelsturms. Obwohl Sandy nicht direkt über Haiti hinweg zog, gingen starke Regenfälle über dem Land nieder.

Die Niederschläge dauerten 72 Stunden an und verursachten schwere Überflutungen der tiefer gelegenen Regionen. Das Ausmaß der Zerstörung ist groß: Hütten sind beschädigt, Getreidefelder zerstört und vielerorts sind Teile des Viehbestands gestorben. Die bergige Landschaft Haitis  ist bereits seit langem von Abholzung betroffen: Nur noch zwei Prozent des ursprünglichen Waldbestandes sind intakt. Die Gefahr von Überflutungen und Erdrutschen ist deshalb besonders groß.

Besonders der Westen der Region Grande Anse im Süden des Landes und die Stadt Léogâne, etwa 80 Kilometer von der Hauptstadt Port-au-Prince entfernt, sind stark betroffen. Dort ist CARE aktiv und hat festgestellt, dass über 6.500 Häuser zerstört oder beschädigt wurden und damit etwa 7.500 Menschen obdachlos geworden sind. Diese Zahlen sind jedoch vage, denn besonders in Grande Anse sind viele Regionen kaum zugänglich und die Lage dort ist schwer einzuschätzen. Die Hauptstraße ist überschwemmt, eine wichtige Brücke zerstört und andere Wege für Fahrzeuge nicht geeignet. Deshalb sind Boote und Flugzeuge momentan die einzigen Transportmittel, um Hilfsgüter schnell in die Region zu bringen. Das nationale Katastrophenzentrum Haitis berichtet von etwa 7.600 Familien und damit 38.000 Menschen, die von dem Sturm betroffen sind. Es gibt 44 Tote und mindestens 19 Schwerverletzte.

CARE hilft vor Ort


CARE Haiti arbeitet in Grande Anse und Léogâne und hatte bereits vor Eintreffen des Sturms schon Vorbereitungen getroffen, um Nothilfe leisten zu können. Betroffene Menschen sollen mit sauberem Trinkwasser unterstützt werden, da die Wasserversorgung an vielen Orten nicht mehr funktioniert. Die Bevölkerung ist dann abhängig von Wasser aus Flüssen, was die Gefahr der Ausbreitung von Cholera birgt. Deshalb verteilt CARE Tabletten zur Wasserreinigung, saubere Kanister und Seife. Außerdem betreibt CARE Gesundheitsstationen, um Cholera zu bekämpfen und arbeitet daran, grundlegende Hygieneeinrichtungen wiederherzustellen.   

In Léogâne unterstützt CARE auch andere Organisationen bei der Nothilfe. In den Städten Saria und Bino haben 300 Familien ihr Zuhause und ihren gesamten Besitz verloren. Um zu helfen, hat CARE über 40 Mitarbeiter vor Ort, darunter Hygieneexperten und Ingenieure.