Haiti: Überblick Cholera-Hilfe

„CARE-Pakete gegen Cholera“ erreichen Gesundheitszentren in Haiti

Auch am Ende des Jahres hält die Cholera-Epidemie Haiti weiterhin im Griff. Nach dem Erdbeben am 12. Januar 2010 strapaziert diese zweite Katastrophe die Kapazitäten der Hilfsorganisationen vor Ort. Vor allem aber bringt die Cholera der Karibiknation nun eine weitere große Sorge, in einer Zeit, in der die Lebensumstände ohnehin für die meisten Familien schwierig genug sind.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom 14. Dezember 2010 wurden bereits mehr als 58.190 Cholera-Infizierte in Krankenhäusern behandelt, 3.481 Menschen haben die Krankheit nicht überlebt. Insgesamt haben sich seit Ausbruch der Epidemie Anfang Oktober mehr als 114.490 Menschen mit der Cholera infiziert. CARE hat umgehend Hilfe in den am meisten betroffenen Regionen Artibonite und im Nordwesten geleistet. CARE arbeitet seit Jahren in diesen Gegenden und kann sich auf ein umfangreiches Netz von Freiwilligen, Partnern in den Gemeinden und ausgebildeten Mitarbeitern stützen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Vorbeugung, zum Beispiel durch Hygieneschulungen, Verteilung von Hygieneartikeln, Versorgung mit frischem Wasser und Bau von Sanitäranlagen. In geringem Ausmaß verteilt CARE auch Medikamente. Da die Cholera seit Jahrzehnten nicht mehr in Haiti vorgekommen ist, benötigen die Menschen dringend Informationen zu Symptomen und Übertragung der Krankheit, und wie sie sich am besten davor schützen können. Ebenso wichtig ist jedoch, dass die Mittel, die zur Prävention der Krankheit notwendig sind, bereitgestellt werden.

Lebensrettende Worte, Bilder und Musik

Radiostationen und Freiwillige im Bereich Gesundheitsversorgung sind wichtige Partner für Aufklärungskampagnen. Insgesamt arbeitet CARE mit 33 Radiostationen in Haiti zusammen, um die Hinweise des Gesundheitsministeriums zur Prävention zu verbreiten. Da ungefähr 40 Prozent der Erwachsenen in Haiti nicht lesen und schreiben können, sind Radiodurchsagen, öffentliche Veranstaltungen und bebilderte Handzettel besonders wirksam im Kampf gegen die Cholera. Das CARE-Team hat außerdem ein Lied komponiert, in dem es um die wichtigsten hygienischen Maßnahmen wie das Händewaschen mit Seife oder die sichere Zubereitung von Mahlzeiten geht. Besonders Kinder summen die Melodie gerne vor sich hin und verinnerlichen dabei die wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen auf eine spielerische Art. Bis jetzt konnte CARE mit den Aufklärungskampagnen 144.139 Menschen in fünf Regionen des Landes erreichen. Allein im Départment Artibonite, wo die Cholera zuerst ausbrach, hat CARE 17.000 Menschen zu Hause, 56.000 bei Veranstaltungen und 10.000 auf lokalen Märkten erreichen können.


Gefährlich sind vor allem die Abgeschiedenheit ländlicher Regionen und der schlechte Zustand der Zufahrtsstraßen: Menschen mit Cholerasymptomen wie Durchfall oder Erbrechen erreichen daher schlichtweg das Krankenhaus nicht, in dem sie die notwendige lebensrettende Behandlung bekommen könnten. Um diese Situation zu verbessern, hat CARE so genannte ORS-Stationen errichtet, in denen orales Rehydrationssalz (ORS) an die betroffenen Menschen verteilt wird. Denn bei einer Cholera-Erkrankung verlieren die Infizierten innerhalb kürzester Zeit Flüssigkeit und somit wichtige Salze und Nährstoffe. Nach diesen Erste-Hilfe-Maßnahmen kümmern sich ausgebildete Freiwillige darum, dass die Patienten weitere Schritte zur vollkommenen Genesung einleiten.

CARE-Pakete gegen Cholera

Ende November hatte CARE Deutschland-Luxemburg zusammen mit der Hilfsorganisation action medeor zwei Cholerapakete mit Rehydrationssalz, Ringer-Laktatlösung, Antibiotika und weiterem medizinischem Material nach Haiti versendet. Diese beiden „CARE-Pakete gegen Cholera“ wurden nun an Gesundheitszentren in den Städten Grande Anse und Nippes verteilt, wo die Behörden einen Anstieg der Infektionen gemeldet haben.

Gleichzeitig arbeitet CARE weiterhin unter Hochdruck daran, in den vom Erdbeben am meisten betroffenen Regionen Carrefour und Léogâne, Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen zu sichern. Die Sterberate in den Camps und in den städtischen Regionen rund um Port-au-Prince ist immer noch signifikant niedriger als in anderen, mehr abgelegenen Teilen des Landes. Die Zahlen zeigen, dass Aufklärungskampagnen Wirkung zeigen, aber auch, dass Zugang zu sauberem Wasser und Nähe zu medizinischen Einrichtungen die Schlüssel zum Überleben sind. Zurzeit versorgt CARE 51 Camps in Léogâne und Carrefour mit sauberem Wasser und stellt sanitäre Versorgung sicher, zum Beispiel durch die Errichtung von Händewaschstationen, Bau und Instandhaltung von Latrinen und der Durchführung von Hygieneworkshops. Damit alle zugänglichen Wasserquellen nicht verseucht werden, unterstützt CARE auch das Reinigen von Wassereimern mit Chlor an Wasserstationen in Artibonite. Bis jetzt konnten 70 Wasserstationen von diesen Maßnahmen profitieren, 71 Techniker wurden zur Chlorierung ausgebildet, und 4.742 Menschen an den Stationen über die Gefahren der Cholera informiert. Am 15. Dezember hat CARE 9.000 Seifen sowie 10.000 Kisten mit Wasserreinigungstabletten von Unicef erhalten, und wird diese Artikel im Nordwesten und in Artibonite verteilen.

Ihre Spende ist weiterhin notwendig!

Die für die Hilfe der Erdbebenopfer geflossenen Gelder können nicht für die Bekämpfung der Cholera verwendet werden. Obwohl Trinkwasser und sanitäre Anlagen in vom Erdbeben betroffenen Gegenden verteilt beziehungsweise aufgebaut wurden, so benötigt CARE zusätzliche Unterstützung, damit sich das haitianische Volk vor der Cholera schützen kann.

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