Heimatlos in der Kälte: Syrische Flüchtlinge erleiden einen harten Winter

Sie haben keine warme Kleidung, kein Brennholz und die Unterkünfte sind nicht wetterfest: Syrische Flüchtlinge im Libanon und in Jordanien brauchen dringend Winterhilfe.

Überraschend und mit großer Wucht ist der Winter über dem Nahen Osten hereingebrochen. Das Sturmtief „Alexa“ brachte in den letzten Tagen andauernde Kälte, Schnee und Frost. Besonders hart betroffen sind Millionen von syrischen Flüchtlingen im Libanon und in Jordanien. Sie haben all ihr Hab und Gut zu Hause zurückgelassen, jetzt sind sie dem Wind, der bitteren Kälte und dem Regen schutzlos ausgeliefert. In den kommenden Monaten werden sie noch mehr als zuvor auf Hilfe angewiesen sein. CARE baut seine Winterhilfe im Libanon und in Jordanien aus, es fehlt aber weiterhin an Spenden für die größte humanitäre Krise, die es derzeit auf der Welt gibt.

Im Libanon leben mehr als 800.000 syrische Flüchtlinge. Sie alle sind nicht ausreichend gegen die Kälte und das Unwetter gerüstet. Es fehlt vor allem an warmer Kleidung, Decken und Brennmaterial zum Heizen. Am schlimmsten trifft es die Kinder. „Fast alle Mädchen und Jungen, die mir heute in einer Flüchtlingssiedlung begegnet sind, tragen noch nicht einmal Socken. Sie frieren und husten bereits sehr stark“, berichtet CARE-Mitarbeiterin Johanna Mitscherlich aus Chouf in der Nähe von Beirut.

Die Kälte zieht durch Mark und Bein

Die meisten der Flüchtlinge wohnen in notdürftig zusammengebauten Zelten. Ihre Unterkünfte sind nicht winterfest. Kälte, Schnee und Regen dringen durch die Ritzen zwischen den Plastikplanen. Die Flüchtlingsfamilien zittern, weil die eiskalten Sturmböen ihnen durch Mark und Bein fahren. Neben wetterfester Kleidung benötigen sie dringend Heizöfen, um sich notdürftig warmzuhalten. „Heute habe ich viele Zelte gesehen, die Sturm Alexa einfach nicht standhalten konnten. Die Flüchtlinge haben jetzt keinen sicheren Ort mehr, an dem sie bleiben können“, so Mitscherlich. Und der Winter ist noch lang, erklärt die CARE-Helferin: „Alexa ist nur der Anfang eines kalten Winters, der den syrischen Flüchtlingen bevorsteht. Ohne Hilfe können sie sich nicht warmhalten und vor Krankheiten schützen.“


CARE hilft syrischen Flüchtlingen mit der Verteilung von Decken, Teppichen und Geldkarten. Mit dem Geld bezahlen die Flüchtlinge Kraftstoff und Holz zum Heizen. In der Nähe von Beirut und Tripoli erreichten die Hilfsgüter bereits hunderte Flüchtlingsfamilien. Doch je länger der Winter anhält, desto mehr Flüchtlinge brauchen Unterstützung. CARE plant die Hilfe für besonders bedürftige Flüchtlingsfamilien auszubauen, damit auch sie die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht aufgeben.