Horn von Afrika: Die Lage bleibt kritisch

Was CARE leistet und was weiterhin benötigt wird: Ein Überblick der aktuellen Lage

Trotz immenser humanitärer Anstrengungen von Hilfsorganisationen bleibt die Lage am Horn von Afrika dramatisch. Eine besonders schwere Dürre, schwelende Konflikte und chronische Armut bedrohen die Existenz von mehr als zehn Millionen Menschen in Kenia, Äthiopien, Somalia und Dschibuti. Manche Regionen erleben die trockenste Zeit seit 60 Jahren.

In Somalia verschärfte die Dürre in den letzten Wochen noch einmal die Flüchtlingsbewegungen. Ein Viertel der insgesamt 7,5 Millionen Somalier sind entweder in ihrem Land auf der Flucht oder leben im Ausland. 80 Prozent der Flüchtlinge, die im Nachbarland Kenia ankommen, sind Frauen und Kinder. Hunger, Durst, Vergewaltigung, Verschleppung und der drohende Tod sind ständige Begleiter auf ihrer Flucht.

Frauen sind besonders stark von der Dürre und dem Hunger betroffen. In vielen Gemeinden, die unter Lebensmittelknappheit leiden, essen Frauen erst, wenn Kinder und Männer schon satt sind. Sie tragen für gewöhnlich die schwerste Last, denn das Holen von Trinkwasser ist häufig Aufgabe der weiblichen Mitglieder der Familie. Und wenn die nächstgelegene Wasserquelle versiegt ist, bedeutet das oft gefährliche, stundenlange Märsche zu Fuß.

CARE hat einen weltweiten Spendenaufruf über 17,5 Millionen Euro gestartet, um Essen, Wasser und weitere Nothilfe am Horn von Afrika zu verteilen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, 1,8 Millionen Menschen zu helfen. Umgerechnet benötigen wir also rund 10 Euro pro Person.

Zahlen und Fakten: Das leistet CARE vor Ort

Äthiopien: Hilfe für bisher 241.587 Menschen

CARE Äthiopien arbeitet im Kampf gegen die Dürre in der Region Afar und Oromia, die besonders unter der Trockenheit leiden. Die laufende Arbeit umfasst Nahrungsmittellieferungen, sowie Unterstützung bei der Wasserversorgung und den Bau von sanitären Anlagen. Konkret setzen die CARE-Teams Brunnen instand, verteilen Mittel zur Wasseraufbereitung und bieten Hygieneaufklärung an.

Da Vieh das wichtigste Gut in einer Hirtengesellschaft ist, leistet CARE auch Hilfe beim Herdenmanagement. Das umfasst sowohl die Reduzierung des Viehbestandes durch Schlachtung und die Futterversorgung der Herden, als auch die Unterstützung durch lokale Tierärzte. Zugleich bereitet sich CARE in Äthiopien auch auf mögliche Fluten im Norden Äthiopiens vor. In der Vergangenheit hat sich schon häufiger gezeigt, dass der ausgetrocknete Boden den Regen nicht ausreichend aufnehmen kann und es dann zu Überflutungen kommt.

Somalia (Puntland und Somaliland): Hilfe für bisher 164.000 Menschen

CARE arbeitet seit mehreren Jahren in den Regionen Puntland und Somaliland. Die Wasserinfrastruktur wie Wasserspeicher oder seichte Brunnen werden wieder instand gesetzt. Cash-for-work Programme und Finanzhilfen für die schwächsten Haushalte schaffen neue Existenzgrundlagen in den betroffenen Gebieten. Aber CARE arbeitet auch schon heute mit den Gemeinden daran, sich auf zukünftige Dürren vorzubereiten.

Obwohl somalische Rebellen den Zugang zu humanitärer Hilfe wieder zulassen, haben die Organisationen vor Ort immer noch Probleme, die Menschen zu erreichen. Aufgrund der Sicherheitslage ist es schwer, die benötigte Hilfe in die am schlimmsten betroffenen Gebiete Somalia zu bringen. Als Teil der humanitären Gemeinschaft in Somalia wendet sich CARE sowohl an große Spender als auch an die lokalen Behörden, um Zugang zu den Gebieten zu bekommen und Hilfe bereitzustellen, wo sie nötig ist.

Kenia: Hilfe für bisher 544.000 Menschen

Zusätzlich zum Einsatz im Flüchtlingslager Dadaab will CARE 200.000 Menschen im Nordosten Kenias zu helfen. In dieser schwer betroffenen Region müssen die Gemeinden langfristig auf die sich ändernden Lebensbedingungen vorbereitet werden. CARE unterstützt das Katastrophen- und Risikomanagement der lokalen Behörden sowie die regionalen Teams von Tierärzten, die Tiere gegen mögliche Krankheiten impfen. Die Wartung, Erhaltung, und der Neuausbau von Wasserinfrastruktur und sanitären Anlagen gehört ebenfalls zur Arbeit von CARE. Die Gemeinden lernen, alternative Einnahmequellen zu nutzen und erhalten dafür Mikrokredite. CARE unterstützt außerdem grenzübergreifende Friedensgruppen und die Bildung von Wasserkomitees. Ältestenräte verwalten die lokalen Geschäfte.      

CARE arbeitet sowohl mit einem Finanzinstitut als auch mit öffentlichen und privaten Schlachthäusern zusammen, um den Verkauf von Vieh in den Hirtengemeinden voranzutreiben. Dies reduziert die Anzahl an Vieh, die auf das begrenzte Futter angewiesen ist, und die Haushalte haben mehr Bargeld zur Verfügung.

Helfen Sie CARE im Kampf gegen die Dürre und den Hunger in Ostafrika und spenden Sie hier!