Horn von Afrika: Update zur aktuellen Lage und zur Hilfe von CARE

CARE hat in den vergangenen sechs Monaten Hilfe für über 1,8 Millionen betroffene Menschen in Ostafrika geleistet.

Die aktuelle Lage:

Am 20. Juli 2011 riefen die Vereinten Nationen für zwei Regionen im Süden Somalias eine Hungersnot aus. Vier weitere Gebiete folgten kurze Zeit später. Von der schlimmsten Dürre am Horn von Afrika seit 60 Jahren sind vor allem die Länder Somalia, Äthiopien, Dschibuti und Kenia betroffen.   

Auch heute, sechs Monate später, sind immer noch 13,3 Millionen Menschen in der Region auf Hilfe angewiesen. In einigen Gebieten wird die Dürre auch in den nächsten Monaten weiterhin anhalten. Es fehlt vor allem an Wasser, Nahrungsmitteln, Zelten, ärztlicher Versorgung und Unterstützung beim Aufbau neuer Existenzgrundlagen. 

Helfen Sie CARE, die Menschen in Ostafrika zu unterstützen und spenden Sie hier!

In Dadaab, dem weltweit größten Flüchtlingscamp im Norden Kenias, leben mittlerweile über 463.000 Menschen. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage in Somalia kommen täglich weitere Menschen in den Flüchtlingscamps der Nachbarstaaten an. 

Die Hilfe von CARE: Nothilfe und langfristige Versorgung

CARE arbeitet  seit vielen Jahrzehnten in den Ländern am Horn von Afrika und konnte somit auf bestehende Strukturen zurückgreifen, um auf die Krise schnell zu reagieren. Zum einen versorgt CARE die Menschen in den betroffenen Gebieten weiterhin mit dem Lebensnotwendigsten. 

Zum anderen unterstützt CARE die Gemeinden jedoch auch langfristig dabei, widerstandsfähiger und produktiver zu werden, um nicht mehr so anfällig für Dürren und Hunger zu sein. Frauen und Mädchen stehen dabei im Mittelpunkt der Hilfe. Zwischen Juli und Dezember 2011 konnte CARE so bereits über 1,8 Millionen Menschen mit seinen Projekten erreichen.

Blick nach Kenia:
Im Norden Kenias unterstützt CARE vor allem die stark betroffene ländliche Bevölkerung. „Cash for Work“- Programme ermöglichen Familien, sich für ihre Gemeinden einzusetzen und sich gleichzeitig durch ein kleines Einkommen mit dem Nötigsten zu versorgen.  Außerdem baute CARE hier Brunnen wieder auf, um den Zugang zu sauberem Wasser zu sichern. Impfungen wurden durchgeführt, damit die Nutztiere zukünftige Dürren besser überstehen können und die Viehhalter ihre Existenzgrundlage nicht verlieren. Insgesamt hat CARE damit etwa 460.000 Menschen erreichen können. 

Auch in Dadaab engagiert sich CARE seit über zwei Jahrzehnten – seit Eröffnung des Flüchtlingslagers im Jahr 1991. CARE ist hier für die Verteilung von Wasser- und Lebensmitteln verantwortlich. Außerdem unterstützt CARE Frauen und Mädchen, etwa durch psychologische Betreuung von Opfern von sexueller Gewalt und ermöglicht Kindern, in die Schule zu gehen.

Blick nach Äthiopien:
In Äthiopien erreichte CARE mit seinen Projekten über 700.000 Menschen in den Regionen Oromia und Afar durch die Versorgung mit Nahrung, Wasser und dem Aufbau von Zelten. Durch Tierfütterungen und die Bereitstellung von Saatgut konnte CARE über 100.000 Bewohner ländlicher Regionen unterstützen. Über 19.000 Kinder unter fünf Jahren wurden wegen Mangelernährung behandelt. 

Blick nach Somalia:
Auch in Somalia konnte CARE auf bereits bestehende Strukturen zurückgreifen. Die Nothilfe erreichte dort über 150.000 Menschen in Puntland und Somaliland. CARE verteilte Haushalts- und Hygienegegenstände und  half mit „Cash-for-Work“ Programmen. Auch hier wurden tausende Kinder wegen Mangelernährung behandelt.
Aufgrund der angespannten Sicherheitslage in Somalia und der schweren Zugänglichkeit vieler Gemeinden ist CARE vor Ort auf die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern angewiesen, um auch die vielen Inlandsflüchtlinge in Lower Juba zu erreichen.

Blick in die Zukunft: Weiterhin große Herausforderungen
Die Regenzeit hat die Situation am Horn von Afrika zwar etwas verbessert. Insgesamt bleibt die Versorgungslage jedoch weiterhin angespannt. Überschwemmte Straßen behindern die Hilfe und  besonders in Teilen Äthiopiens und Dschibuti, wo weiterhin Dürre herrscht, ist die Situation unverändert.  

Während der nächsten fünf Jahre möchte CARE über 2,8 Millionen Menschen in der Region bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen unterstützen. Besonders Einkommensförderungen und Schulungen für nachhaltige Landwirtschaft sind dabei zentral.   
Außerdem hilft CARE den Menschen, bald in ihre Heimat zurückzukehren und sich zu reintegrieren.