Horn von Afrika: Update zur Dürrekatastrophe

Der Höhepunkt der Nahrungsmittelkrise wird für Oktober erwartet

 

Die Lage:

Die Hungerkrise am Horn von Afrika verschlimmert sich täglich. Nach Jahren anhaltender Dürre, steigender Nahrungsmittelpreise, Gewalt und Unsicherheit hat sich die Situation mittlerweile zu einer der schlimmsten humanitären Katastrophe dieses Jahrhunderts entwickelt. Mehr als 13 Millionen Menschen in Kenia, Somalia und Äthiopien benötigen dringend Hilfe, darunter alleine zwei Millionen unterernährte sowie 600.000 mangelernährte Kinder. 360.000 schwangere Frauen sind akut unterernährt. Das bedroht die Gesundheit ihrer Kinder und ihre eigene.

Viele Menschen, die von der Dürre betroffen sind, fliehen in die Städte, in ein anderes Land oder in ein Flüchtlingslager auf der Suche nach Wasser, Nahrung und Sicherheit. Alleine in der ersten Jahreshälfte sind mehr als 200.000 Somalier nach Kenia und Äthiopien geflohen und in Dadaab, dem weltweit größten Flüchtlingslager, kommen täglich weiterhin etwa 1.200 Menschen an.

Insgesamt leben hier inzwischen über 440.000 Flüchtlinge. In Dolo Ado, einem Flüchtlingscamp im Süden Äthiopiens, leben mittlerweile mehr als 120.000 somalische Flüchtlinge, allein 80.000 sind im Laufe dieses Jahres eingetroffen. Acht von zehn Flüchtlingen sind Kinder. Auch in Somalia selbst sind rund 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht.

FLÜCHTLINGE AM HORN VON AFRIKA:
Dadaab (Kenia) - 441.754 Menschen
Dolo Ado (Äthiopien) - 120.000 Menschen
Somalia - 1,5 Millionen Menschen

Wie CARE hilft:

Ein Ende der derzeitigen Krise ist bisher nicht in Sicht, Experten sagen den Höhepunkt der Nahrungsmittelknappheit für Oktober voraus. Selbst wenn es bald wieder regnen sollte, werden Familien Jahre brauchen, bis sie wieder gute Ernten erzielen können.

Alleine in den Monaten Juli und August hat CARE mehr als 1,3 Millionen Menschen in Kenia, Äthiopien und Somalia mit Lebensmitteln, Wasser, medizinischer und psychologischer Hilfe unterstützt. Um Gemeinden auch langfristig zu schützen, hilft CARE ihnen, widerstandsfähiger, produktiver und weniger anfällig für Dürren zu werden – vor allem durch eine Verbesserung der Landwirtschaft.

Blick nach Äthiopien:

CARE weitet die Lebensmittelversorgung aus, repariert Wassersysteme, baut sanitäre Anlagen und fördert die Existenzsicherung. Bauern und Viehzüchter werden dabei unterstützt, widerstandsfähiger zu werden und die Aufzucht von Tieren zu verbessern. Hirten erhalten Futter für ihre Tiere und Saatgut.

CARE will langfristig helfen, um Gemeinden besser vor Dürre zu schützen.
DER PLAN: 5 Jahre; 2,8 Millionen Menschen, über 230 Millionen Euro

Außerdem verteilt CARE Wasserreinigungstabletten, unterstützt Familien mit Lebensmittelhilfen und setzt Bohrlöcher wieder instand. In mehr als 20 von CARE eingerichteten Zentren können Familien ihre ausgemergelten Tiere zum Schlachten abgeben, bevor sie sterben. Dafür erhalten sie umgerechnet 34  Euro. Ein wichtiges Einkommen, bevor das Vieh verendet. Insgesamt konnte CARE in Äthiopien bis jetzt 431.045 Menschen erreichen.

Hilfe in Kenia:

Im Flüchtlingslager Dadaab versorgt CARE über 440.000 registrierte Flüchtlinge und die täglich bis zu 1.200 neuankommenden Menschen mit Wasser und Lebensmitteln, hilft Opfern sexueller Gewalt und ermöglicht Kindern, in die Schule zu gehen. Im Norden Kenias baut CARE Programme zur Wasserversorgung und Hygieneverbesserung sowie zur Verbesserung der Gesundheit des Viehs weiter aus. 

Bis heute hat CARE 413.540 Menschen helfen können. CARE arbeitet mit den Gemeinden eng zusammen und verteilt in manchen Fällen direkte Geldhilfen an besonders von der Dürre betroffene Familien. Auch im Wassermanagement, der Versorgung von Tieren, im Katastrophenmanagement und in der Sicherung von Existenzgrundlagen ist CARE tätig.

Somalia: Vorsorge rettet Leben

In Somalia konzentriert sich die Nothilfe von CARE auf die Bereiche Wasser, sanitäre Anlagen, Hygiene, Lebensmittelsicherheit, Existenzsicherung, Gesundheit/Ernährung und Verteilung von Haushaltsgegenständen. Langfristig hilft CARE Kommunen, widerstandsfähiger gegen Katastrophen zu werden und Existenzgrundlagen zu sichern. 111.865 Menschen werden derzeit durch Programme von CARE in den Provinzen Somaliland und Puntland erreicht.

Helfen Sie CARE, die Menschen in Ostafrika zu unterstützen und spenden Sie hier!