„Ich habe alles verloren“

„Das Leben ist mehr wert als materielle Dinge“, sagt Jean-Marcelin. Er hat durch Hurrikan Matthew alles verloren.

Als der Wirbelsturm über Haiti fegte, verbarrikadierte Jean-Marcelin sich mit seiner Frau und seinen drei Kindern zu Hause. Die Familie, die in Jacmel an der südlichen Küste Haitis lebt, hoffte verschont zu bleiben. Doch besonders ihre Region wurde von Matthew hart getroffen.

„Durch das Fenster konnte ich sehen, wie alle meine Tiere weggefegt wurden“, sagt er. „Ich wollte sie retten, aber es war zu gefährlich.“

Nach dem Sturm fühlt sich Jean-Marcelin verloren. „Ich muss irgendwie neu anfangen, dabei habe ich nichts mehr – weder Kochbananenernte noch Vieh. Es wird Jahre dauern, das alles wieder aufzubauen. Wahrscheinlich werde ich mir nicht einmal mehr die Schule für meine Kinder leisten können.“

Haitis Brotkorb ist leer


Haitis südliche Halbinsel ist der Brotkorb für die gesamte Lebensmittelproduktion. Nun ist fast die Hälfte der Ernte zerstört, das Zuchtvieh fehlt. Langsam wird das Essen knapp und die Preise klettern in die Höhe. Aller Voraussicht nach müssen 750.000 Menschen in den nächsten drei Monaten notversorgt werden.

CARE weiß, wie wichtig Essen und sauberes Wasser jetzt sind. Daher wurde früh damit begonnen, diese Dinge bereitzustellen. Bereits am Wochenende, bevor Hurrikan Matthew den Inselstaat getroffen hat, gab es warme Mahlzeiten und sauberes Wasser in den Notfallzentren. In den letzten zwei Wochen hat CARE mehr als 55.000 Mahlzeiten und Trinkwasser an über 30.000 bedürftige Bewohner ausgegeben.

Lebensmittel und Bargeld essentiell


Auch Cleta, Witwe und sechsfache Mutter, stammt aus Jacmel: „Der Hurrikan hat uns zum schlimmsten Zeitpunkt getroffen. Ich habe gerade erst Kochbananen angebaut, die sind jetzt alle weg. Auch meine Ziege habe ich verloren. Wir brauchen dringend Wasser, denn wir haben immer weniger davon. Und ich brauche Geld für eine neue Plantage.“

Sobald die Läden wieder öffnen, trägt CARE auch mit Bargeld dazu bei, dass Überlebende wie Cleta und Jean-Marcelin sich Lebensmittel kaufen und langfristig eine neue Existenz aufbauen können. So sollen sie ein Stück Stabilität zurückerhalten.

Mehr Infos zu unserer Arbeit in Haiti finden Sie hier.