In Festtagsstimmung

Die Mitarbeiterinnen von CARE Afghanistan feiern das Ende der Fastenzeit und ihre Erfolge

Jahrhunderte lang wurde er als schönster Park Asiens gefeiert: Der Garten von Barbur. Doch heute ist er fast vollständig zerstört, durch den lang anhaltenden Konflikt in Afghanistan. Gegenwärtig bemühen sich die Bewohner Kabuls, dem einstigen Kulturdenkmal zum neuen Glanze zu verhelfen: Langsam, geduldig und liebevoll arbeiten sie an den Ausgrabungen und Instandsetzungen des Gartens. Junge Bäume zieren erneuerte Pfade, Blumen umrahmen restaurierte Denkmäler, Kinder toben und spielen auf neu angelegten Spielplätzen. Das Leben ist in den Garten von Barbur zurückgekehrt.

 

               
Ausgelassen: die Mitarbeiterinnen von CARE Afghanistan feiern das Ende der Fastenzeit (Foto: CARE)

 
Es ist Donnerstag, der 08. Oktober.
Im staatlichen Königinnen-Palast am Ende des Parks haben sich ungefähr 250 Frauen versammelt, jede von ihnen arbeitet für CARE. Alle sind aufgeregt, stolz und haben ihre schönsten Kleider angezogen. Es sind Kolleginnen aus dem ganzen Land, von der Reinigungsfachfrau bis hin zur Programmdirektorin. Sie haben sich hier in Kabul versammelt, um zum ersten Mal gemeinsam zu tanzen, zu singen und zusammen zu sein.

Sie feiern ein Fest der Frauen.
Es ist ein Fest, um die Verbundenheit zwischen den weiblichen CARE- Mitgliedern und ihren Schwestern aus ganz Afghanistan auszudrücken. Den Anlass bietet der islamische Festtag Eid Al – Fitr, mit dem die Muslime das Ende des Ramadan feiern. Millionen Gläubige auf der ganzen Welt ehren diesen Tag. Gäbe es einen besseren Anlass, um dabei auch die Frauen Afghanistans zu feiern? Sie tragen jeden Tag dazu bei, dass ihr Land in die Zukunft schreitet und die Menschen in Frieden leben können.

Einige der Frauen haben bereits 1996 bei einem CARE Projekt mitgearbeitet. Damals erhielten Witwen Nahrungsmittel: Über 10 000 Frauen konnten mit Hilfe der Essensrationen überleben. Als im selben Jahr die Taliban die Kontrolle über Kabul übernahmen, verschlechterte sich die Situation für die Frauen dramatisch. Sie durften nicht mehr arbeiten, nicht mehr lernen, nicht mehr ohne Begleitung zum Arzt oder überhaupt aus dem Haus gehen. Viele der Frauen, die heute in den Königinnen - Palast zum Feiern kommen, sind damals das Risiko eingegangen und haben trotz aller Verbote gearbeitet. In afghanische Burkas gekleidet, die den weiblichen Körper vollständig verhüllen, sind sie unter ständiger Bedrohung zu den ärmsten Frauen in ihrer Gemeinde gegangen,  haben ihnen Essen gebracht und sie moralisch unterstützt.

Jetzt, Jahre später und ungeachtet der andauernden Gewalt im Land, arbeiten sie immer noch für ihr Land - in der Katastrophenhilfe, für Gesundheit und Bildung für Mädchen und Frauen und vieles mehr. Es gibt also viele Heldinnen und viel Mut zu feiern. Das Leben kehrt zurück in den Garten von Barbur. Und ohne die afghanischen Frauen wäre es nicht halb so lebhaft.