Indonesien: Die Zukunft unserer Kinder

Folge 1 der Serie: Wie erleben CARE-Mitarbeiter aus aller Welt den Klimawandel?

Vor drei Jahren fand die Klimakonferenz auf Bali statt, eine der vielen schönen Inseln meiner Heimat Indonesien. Seitdem ist hier das Wort „Klimawandel“ plötzlich sehr bekannt.

Aber trotz der häufigen Verwendung des Wortes in den Medien und in den Gesprächen der Gesellschaft bleibt es für die meisten Indonesier bedeutungslos. Nur jene, die im Berufsalltag (und sei es oberflächlich) mit dem Thema zu tun haben, oder schon ein „grünes“ Bewusstsein entwickelt haben, verstehen das Problem mit all seinen Ursachen und Wirkungen wirklich.

Wenn ich über den Klimawandel und seinen Einfluss auf mein Land nachdenke, dann erinnere ich mich automatisch an die schwer unterernährten Kinder, die ich vor einigen Jahren in einem Zentrum für therapeutische Ernährung in Westtimor gesehen habe. Der Klimawandel war natürlich nur ein indirekter Grund für ihren Zustand. Die Väter der Kinder – zumeist traditionelle Ackerbauern – konnten nach einer Reihe von Dürren und Ernteausfällen nicht genug Geld aufbringen, um ihren Kindern nahrhaftes Essen zu kaufen. Ich muss auch an die Bewohner eines Dorfes an der Küste in der Nähe von Tangerang denken, die ich letztes Jahr auf einem humanitären Einsatz besucht habe. Der steigende Meeresspiegel zwingt die Menschen bei Sturmfluten und Starkregen auf höheren Grund zu fliehen.

Diese Menschen sind in ihrer Existenz zu einem großen Teil auf das angewiesen, was die Natur ihnen zur Verfügung stellt. Sie denken in einfachen Begriffen. Es kümmert sie wenig, wenn sie beim Brandroden ihrer Felder Kohlenstoffdioxid freisetzen, obwohl dadurch die Welt wärmer wird. Ähnlich ist es, wenn sie den Urwald im Auftrag der mächtigen Papierfabrikanten roden. Aber auch wenn diese Leute aufgrund mangelnden Wissens und ihres Desinteresses nicht die besten Freunde der Erde sind, wie sehr tragen sie im Vergleich zu den großen Industrien rund um den Globus zur Zerstörung des Planeten schon bei?

In eigener Sache begann ich, über meinen Sohn und seine Zukunft nachzudenken. Er ist sieben Monate alt und hat einen langen Weg mit vielen Erfahrungen vor sich. Aber der Gedanke an das Leben, das er in 20 Jahren leben wird, beschäftigt mich. Wird er in Frieden leben und sich all seine Wünsche erfüllen können?

Als Mutter will ich, dass mein Kind in einer besseren Welt aufwächst als ich selber. Darum versuche ich, selbst eine bessere Bewohnerin der Erde zu sein. Ich habe begonnen, ein ökologisches Bewusstsein zu entwickeln und halte mich an den Grundsatz „reuse, reduce and recycle“ – Dinge mehrfach benutzen, wenig Müll produzieren und wenn möglich alles wiederzuverwerten. Dabei treiben mich sehr persönliche Motive an. Aber ich bin überzeugt, dass so die Grundlage für ein kollektives Bewusstsein für den Klimawandel geschaffen werden kann.

Ich wünsche mir, dass die Staatsoberhäupter der Welt in der Lage sind, sich auf Regelungen zu einigen, die die Auswirkungen des Klimawandels rund um die Welt begrenzen. Diese müssen allerdings sorgfältig formuliert werden, damit sie Erfolg haben können, ohne neue Formen der sozialen Ausgrenzung – besonders von Frauen und Kindern – zu fördern.

 

CARE-Serie zur Klimakonferenz in Kopenhagen:

Folge 1 - Indonesien: Die Zukunft unserer Kinder
Folge 2 -
Peru: Klimawandel bedeutet Hunger
Folge 3
- Kenia: Rückschritt durch den Klimawandel
Folge 4 - Bangladesch: Das Wasser kommt
Folge 5 - Tansania: An die Staatsoberhäupter der Welt

Folge 6 -
Nepal: Was Du heute kannst besorgen...
Folge 7 -
Thailand: Der hohe Preis der Anpassung
Folge 8 -
Guatemala: Die Geschichte von Graciela Cabrera de Lopez
Folge 9 - Vietnam: Der Klimawandel findet JETZT statt
Folge 10 - Bangladesch: "Im letzten Jahr nahm sich die Flut unsere Ernte"