Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Nie wieder still leiden!

Frauen sind weltweit Gewalt ausgesetzt – auch in Nepal. Vor allem Frauen, die in armen Verhältnissen leben oder die zu ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen gehören, glauben häufig, dass es „normal“ ist, zu leiden.

Damit sich dieses Bewusstsein ändert, unterstützt CARE Frauen in Nepal dabei, sich zusammenzutun und gemeinsam stark zu fühlen. Denn in einer Gruppe können Frauen sich gegenseitig helfen, sie können miteinander reden, ihre Gefühle teilen und auch für ihre Rechte kämpfen. 

Auch die 25-jährige Amina Khatun aus dem Dorf Gonaha im Distrikt Rupandehi in Nepal wurde jahrelang von ihrem Mann misshandelt. Schließlich trat sie einer Friedensinitiative bei und kämpfte nicht nur für ihr eigenes Recht, sondern auch darum, das Sorgerecht für ihren Sohn zu bekommen. Die „Vereinigung von Frauen und Jugendlichen für den Frieden“ von CARE Nepal hat sie dabei unterstützt.

Ihr Mann verließ sie für eine andere

Es war etwa in der ersten Woche im Mai, als Aminas Ehemann sie für eine andere Frau aus dem Dorf verließ. Das zerstörte Amina. „Als ich erfuhr, dass mein Ehemann jemand anderes geheiratet hatte, war ich erschüttert“, erzählt sie. Man konnte leicht an ihrer Stimme merken, wie wütend, verletzt und verzweifelt sie war. Sie versuchte, um ihrer Familie wissend einen Kompromiss einzugehen und die zweite Frau an der Seite ihres Mannes zu tolieren.

Seit 1981 findet jedes Jahr am 25. November der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen statt.

Ihre Bemühungen schätzte aber weder ihr Mann noch seine Familie und sie fühlte sich erniedrigt und in ihrer Würde verletzt. „Liebe alleine reicht nicht – sie muss auch erwidert werden. Ich versuchte, nicht über mich selbst nachzudenken, aber ich konnte es nicht länger verdrängen.“ Sie musste sich eingestehen, dass ihr Mann und seine Familie sie weder respektierten noch liebten. Stattdessen wurde sie als Belastung gesehen.

Eine endgültige Entscheidung

Amina entschloss sich also, sich von ihrem Mann zu trennen und ein neues Leben zu beginnen. Keine einfache Entscheidung für eine Frau in Nepal – vor allem nicht, wenn man Muslimin ist. Die Trennung machte Amina arm. Sie konnte ihren Sohn nicht zur Schule schicken. Aber sie bereute ihre Entscheidung nicht und stellte sich der Herausforderung.

Die Friedensinitiative und die Vereinigung von CARE Nepal halfen ihr dabei. Nach dem gescheiterten Versuch, Amina und ihren Ehemann zu versöhnen, überzeugten die beiden Gruppen ihn davon, Unterhalt für sie und ihren Sohn zu zahlen.  80.000  Rupien - das sind umgerechnet 1147 Euro bekam sie als Entschädigung, für ihren Sohn zahlt der Mann monatlich 2.000 Rupien, das sind 29 Euro.

Heute leben Amina und ihr Sohn glücklich in ihrem Geburtshaus in Badihati im Distrikt Maharajgunj in Indien. „Mittlerweile führen wir ein glückliches Leben – trotz all des Leids“, sagt Amina. „Am wichtigsten ist jetzt, dass ich meinen Sohn in die Schule schicken kann und er es einmal besser haben wird im Leben.“