Japan: Cheer Up Otsuchi

CARE hilft Menschen in der Iwate-Präfektur, ihre Gemeinden wieder aufzubauen und neue Hoffnung zu schöpfen

Der Tsunami am 11. März 2011 hinterließ großflächige Zerstörungen im Nordwesten Japans. Die Stadt Otsuchi in der Präfektur Iwate wurde nahezu vollständig zerstört. Vom einstigen Stadtzentrum sind nichts als Schuttberge übriggeblieben. Auch das Rathaus wurde – samt Bürgermeister – von den Fluten mitgerissen.

Die japanische Regierung hat alle Gebäude in den betroffenen Gebieten eingeteilt – je nach dem, wie schwer sie beschädigt sind. Die offizielle Einstufung ermöglicht dann den Bewohnern der Häuser, mögliche Versicherungsentschädigungen und staatliche Gelder von bis zu 350.000 Yen (US $4.300) einzufordern. Aktuell erhalten Menschen, deren Häuser als „teilweise beschädigt“ klassifiziert werden, keinerlei Unterstützung.

Einige Häuser in Otsuchi, die etwas weiter von der Küste entfernt liegen, sehen auf den ersten Blick so aus, als seien sie unbeschädigt. Aber das täuscht. Eine Frau erzählte mir, ihre Tochter wohne in einem „teilweise beschädigten“ Haus. Weil der Tsunami das Erdgeschoß des Hauses zerstört hat, muss sie jetzt mit ihrer gesamten Familie im zweiten Stock wohnen. Die Fenster sind kaputt, aber ihr Geld reicht nicht aus, um sie zu reparieren. Weil auch ihre Küche zerstört wurde, kann sie kein Essen für ihre Familie zubereiten.

Reis und helles Miso im „Yahata Family Shop“

Die japanische Regierung arbeitet unter Hochdruck, um den Opfern des Tsunamis zu helfen. Aber das Ausmaß der Katastrophe macht es nahezu unmöglich, allen sofort finanzielle und materielle Hilfe bereitzustellen.

CARE versucht daher, gemeinsam mit lokalen Geschäften und Firmen die betroffenen Menschen zu unterstützen. So arbeitet CARE etwa mit dem „Yahata Family Shop“ in Otsuchi zusammen.
Gemeinsam verteilen sie Reis und helles Miso an Bewohner von zerstörten Häusern. Dabei ist auch das Geschäft von Yukiko Yahata vom Tsunami schwer beschädigt worden.

Nach einer teuren Renovierung wurde das Geschäft im Juni wiedereröffnet. Nur noch eine Markierung erinnert heute an den damaligen Wasserhöchststand und damit an die Katastrophe im März.
Die vielen Menschen, die im Geschäft ständig ein und aus gehen, wollen nicht nur einkaufen. Vor allem für die älteren Menschen ist es eine Möglichkeit, sich auszutauschen und einander zu treffen.

Cheer up Otsuchi – Nur Mut, Otsuchi

Yukiko Yahata trägt ein T-Shirt mit dem Slogan „Cheer up Otsuchi – Nur Mut, Otsuchi." Die Nachbarschaft ist für sie wie eine Familie.
Mehr als 720 Menschen, die in „teilweise beschädigten“ Häusern leben, bekommen Reis und helles Miso von Yukikos Geschäft – mit der Unterstützung von CARE.

„Die Gemeinde ist sehr dankbar für die von CARE bereitgestellten Hilfsgüter. Wir haben schwierige Zeiten hinter uns. Auch deshalb bedeutet uns die Hilfe so viel.“
CARE hilft außerdem – zusammen mit lokalen Geschäften – Bewohnern von über 180 „teilweise beschädigten“ Häusern mit Gutschriften zum Essenskauf und zum Ersetzen von zerstörter Kücheneinrichtung. Wichtig ist für CARE hierbei vor allem, dass die Menschen sich selbst helfen können, dass die Gemeinden handlungsfähig sind und ihre Heimat wiederaufbauen können – aus eigener Kraft.