Japan, sechs Monate nach der Katastrophe

CARE unterstützt Menschen in Evakuierungszentren, Schulen und betroffenen Gemeinden

Die Erde bebt. Schon wieder. Diesmal aber nicht von einem neuen Erdbeben, sondern von den Lastern, die die neue Straße hinunterdonnern. Der Wiederaufbau nach der Dreifachkatastrophe, die den Nordosten Japans am 11. März 2011 schwer traf, ist in vollem Gange. Für viele Menschen in den betroffenen Gebieten kann aber von einem normalen Alltag noch keine Rede sein. Bis heute leben noch mehr als 8.500 Menschen in den 283 Evakuierungszentren in Iwate, Miyagi und Fukushima. Die meisten Überlebenden haben keine Arbeit und müssen trotzdem ihre Rechnungen und das Essen bezahlen. Obwohl sich die Situation für einige schon verbessert hat, bleiben viele Menschen immer noch auf Hilfe angewiesen. Vor allem ist es für viele schwierig, sich an die neuen Lebensbedingungen anzupassen.

Seit der Katastrophe am 11. März versorgt CARE die Menschen in den betroffenen Gebieten mit Lebensmitteln, psychosozialer Betreuung und Gegenständen für den alltäglichen Gebrauch.

Küche in einem Evakuierungszentrum (Foto: CARE/Kondo)In Otsuchi unterstützt CARE den morgendlichen Markt, auf dem die Menschen Lebensmittel einkaufen und sich treffen können, da alle Läden in der Stadt von dem Tsunami zerstört wurden. 26 Plastikplanen wurden von CARE bereitgestellt, um den Markt vor der Sonne zu schützen. In der Stadt Yamada verteilte CARE Gutscheine über je 200 Euro für Lebensmittel und Küchengeräte. Um die Versorgung weiter zu verbessern und einen sozialen Treffpunkt für die Betroffenen einzurichten, unterstützt CARE seit Mitte August das Projekt, provisorisch neun Restaurants und Läden in der Stadt zu bauen.

Nicht nur die materiellen Schäden müssen beseitigt werden

Der Tsunami hat nicht nur Hab und Gut weggespült, sondern auch tiefe soziale und psychische Wunden hinterlassen. Die Menschen haben Familie, Freunde und Bekannte verloren und müssen sich in einer neuen Nachbarschaft und mit neuen Lebensbedingungen zu Recht finden. Nicht leicht, in einer Gesellschaft wie der japanischen, in der soziale Bande sehr stark und wichtig sind. Um diesen Prozess zu erleichtern, unterstützt CARE Projekte in den betroffenen Gebieten, die das Gemeinschaftsgefühl und soziale Strukturen wieder festigen sollen.

Helfen Sie CARE, die Menschen in Japan zu unterstützen und spenden Sie hier!

Dabei arbeitet CARE mit anderen Hilfsorganisationen zusammen und organisiert beispielsweise sogenannte Gemeindecafés. Dort können sich die Menschen treffen, sich austauschen und kennen lernen. Vor allem für ältere Menschen ist das sehr hilfreich, um sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Mitte August wurde das Projekt noch um fünf Distrikte in Yamada erweitert. CARE plant auch Ausflüge für die Betroffenen und unterstützt eine Theatergruppe, die in Miyako ein Theaterstück für Kinder aufführt.

Auch die Schulen wurden von der Katastrophe schwer getroffen. Unterricht ist für Kinder und Jugendliche sehr wichtig, um den Alltag zu ordnen und wieder etwas Normalität zu erfahren. Deshalb hat CARE für die Mittelschule in Otsuchi Schuluniformen bestellt und unterstützt auch das Freizeitangebot an der Schule. In Miyako wurden für die Hochschule für Fischerei kleine und ein Generator bestellt, damit der Unterricht dort wieder aufgenommen werden kann. Für die Industriehochschule in Miyako stellt CARE Sportgeräte und Trikots bereit. 

Insgesamt hat CARE mit seiner Arbeit in den betroffenen Gebieten bis jetzt mehr als 35.000 Menschen erreicht und baut seine Hilfe noch weiter aus.